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Aus: Ausgabe vom 02.08.2021, Seite 6 / Ausland
Israel und Iran

Krieg der Nadelstiche

Vor Oman attackierter Öltanker: Israel beschuldigt Iran und droht mit »Vergeltungsaktionen«
Von Knut Mellenthin
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Am Donnerstag vor der Küste von Oman attackierter Öltanker »Mercer Street« (31.12.2015)

Iran hat den israelischen Vorwurf, ein Schiff mit Drohnen beschossen zu haben, als »grundlos« zurückgewiesen. »Verantwortlich für den Angriff sind diejenigen, die es dem israelischen Regime ermöglicht haben, seinen Fuß in diese Region zu setzen«, sagte der Sprecher des Außenministeriums in Teheran, Said Khatibsadeh, am Sonntag. Damit spielte er anscheinend auf die Vereinigten Arabischen Emirate an, die im August 2020 diplomatische Beziehungen zu Israel aufgenommen hatten.

Bei dem Vorfall am Donnerstag vor der Küste des Sultanats Oman wurden ein Rumäne und ein Brite getötet. Nach unbestätigten Meldungen israelischer Medien soll es sich um den Kapitän und einen Sicherheitsmann gehandelt haben. Ziel des Angriffs war der Öltanker »Mercer Street«, der in japanischem Besitz ist und unter liberianischer Flagge fährt. Die einzige Verbindung nach Israel besteht darin, dass das Schiff von der in London ansässigen Gesellschaft Zodiac Maritime betrieben wird, die einem israelischen Milliardär gehört.

Während die israelische Regierung sofort direkt und ausschließlich den Iran beschuldigte, schloss sich selbst von den engsten Verbündeten des zionistischen Staates bisher niemand diesem unbewiesenen Vorwurf an. Auch mit der Behauptung, Iran sei kein alleiniges Problem Israels, sondern bedrohe die Schiffahrt der gesamten Welt, blieb sie zunächst ohne Nachahmer. Diese Unterstellung ist, unabhängig von den ungeklärten Hintergründen des Angriffs auf die »Mercer Street«, offensichtlich falsch. Es ist allgemein bekannt, dass zwischen beiden Staaten seit mehreren Jahren ein Kleinkrieg zur See stattfindet, der hauptsächlich von Israel ausgeht. Die Tageszeitung Wall Street Journal berichtete im März, dass israelische Kräfte in letzter Zeit mindestens zwölf iranische Öltanker auf dem Weg nach Syrien mit Minen und anderen Waffen beschädigt hätten. Besonders spektakulär war der Angriff auf einen iranisch-libanesischen Frachter am 24. April vor dem syrischen Hafen Banijas, bei dem drei Besatzungsmitglieder getötet wurden.

Die israelische Regierung konzentriert sich gegenwärtig auf »diplomatische Anstrengungen«, um »gemeinsame Aktivitäten gegen den iranischen Terrorismus und die Formulierung einer substantiellen und wirkungsvollen internationalen Antwort« zu erreichen, wie es Außenminister Jair Lapid am Sonnabend ausdrückte. Angestrebt wird unter anderem eine Verurteilung durch den UN-Sicherheitsrat. Parallel dazu droht Israel mit militärischen »Vergeltungsaktionen«. »Wir erwarten, dass die internationale Gemeinschaft dem Iran klarmacht, dass sie einen schweren Fehler gemacht haben. Wir wissen auf jeden Fall, wie wir dem Iran diese Botschaft auf unsere eigene Weise mitteilen können«, sagte Premierminister Naftali Bennett am Sonntag.

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