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Kreativ in die Box

Von Gabriele Damtew
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Fabijan Buntic, Torwart des FC Ingolstadt 04, ist machtlos beim 2:0 für Dynamo Dresden durch Christoph Daferner (Dresden, 24.7.2021)

Am Wochenende war Anpfiff in den unteren deutschen Fußballigen für die Saison 2021/22. Endlich skandierten die Fans Schlachtrufe gen Himmel, die mit nationalen Variablen nichts oder nicht allzuviel am Hut haben. Sogar Football-Kolumnist Niall McVeigh vom britischen Guardian war vergangenen Freitag heiß auf »Zweite Bundesliga!«. Mit Absteiger Schalke 05 (kleiner Scherz unter uns Frauen) und dem Hamburger SV standen sich zwei Vereine mit ordentlich Geschichte und Pötten in den Vitrinen am ersten Spieltag gegenüber. Die Schalker machten trotz guten Starts so weiter wie vergangene Saison: mit einer Niederlage (1:3). Für die knapp 20.000 zugelassenen Anhänger eher zweitrangig, das unmittelbare Stadionerlebnis überwog nach langer Durststrecke.

Und wie gelang der Neustart den Aufgestiegenen? Dresden bekam es im ersten Match ausgerechnet mit dem Rivalen der Vorsaison, dem FC Ingolstadt 04 (diesmal korrekt), zu tun. Kader und Spielweise waren wiedererkennbar. Torjäger Christoph Daferner gelang sein erster Doppelpack in der zweiten Bundesliga. Heinz Mörschel setzte nach Vorarbeit von Daferner noch einen drauf (3:0). Dagegen musste Hansa Rostock im heimischen Ostseestadion vor 14.500 Fans gegen einen abgezockten und effektiven Karlsruher FC Lehrgeld zahlen (1:3).

Spielerisches Highlight der dritten Liga war überraschenderweise die Partie zwischen Halle und SV Meppen. Letzterer hatte nur aufgrund der Insolvenz des KFC Uerdingen die Klasse halten können, ging aber nach frechem Start und durch einen eiskalt verwandelten Elfer von Luka Tankulic in Führung. Die Hallenser ließen sich nicht schocken. Marcel Titsch-Rivero (bekannt für die schnellste rote Karte der Bundesliga) sah nach schönem Doppelpass Aron Herzog, der nur noch einlochen musste. Ein einfacher, aber gedankenschneller Pass von Tom Zimmerschied auf Sturmspitze Terrence Boyd besorgte dann die Führung. Nach einer kreativen Freistoßvariante von Niklas Kreuzer nach links in die Box haute Kapitän Jonas Nietfeld den Ball direkt ins Tor, 3:1.

Fun Fact: Nietfeld ist eigentlich Stürmer, inzwischen aber ehrenamtlicher Innenverteidiger. Sein Jubel war dementsprechend groß. Halle steht damit nach einem Spieltag auf dem besten Platz ever in der dritten Liga. Dahinter folgt Magdeburg, das auswärts bei Waldhof Mannheim dreifach punkten konnte (2:0). Auch Aufsteiger Viktoria Berlin lag gegen die Viktoria aus Köln 0:1 zurück, bevor Yannis Becker das erste Tor in der Drittligageschichte des Vereins erzielte. Viktorias Berliner Brasilianer Lucas Falcão erhöhte technisch versiert zum Endstand von 2:1.

In der Regionalliga Nordost kam es zum Traditionsduell zwischen Lok Leipzig und dem BFC Dynamo. Beide Teams hatten nach neun Monaten Pause des Spielbetriebs das Fußballspielen nicht verlernt. Magdeburgs Ikone Christian Beck kam mit seinem Kopfballtor zum 0:1 für die Dynamos in der vierten Liga an und war wieder der alte. Endstand 1:4 für den BFC. Berliner Arroganz, sagt man in Sachsen.

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