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Aus: Ausgabe vom 19.07.2021, Seite 10 / Feuilleton
Film

Der cinephile Papst

Papst Franziskus schätzt den Wert der Filme aus dem italienischen Neorealismus für den Blick auf die heutige Zeit. »Diese Filme haben uns gelehrt, mit neuen Augen auf die Realität zu blicken«, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche in einem Interview, das am Sonntag in mehreren italienischen Zeitungen abgedruckt wurde. Die Menschen heute müssten wieder lernen hinzusehen. Die schwierige ­Situation durch die Coronapandemie erzeuge Angst und Sorge, und dafür brauche man Augen, die fähig seien, den Blick über die Mauer zu heben, um den Horizont zu beobachten, erklärte der 84jährige weiter. Der Neorealismus ist eine Stilrichtung vornehmlich im italienischen Film, die in den Jahren etwa zwischen 1943 und 1954 bestimmend war. Der Papst ist nach eigener Aussage als Kind oft im Kino gewesen. Im Alter zwischen zehn und zwölf Jahren habe er die Filme mit den italienischen Schauspielern Anna Magnani und Aldo Fabrizi (»Rom, offene Stadt«) gesehen. »Für uns Kinder in Argentinien waren diese Filme sehr wichtig, weil sie uns die Tiefgründigkeit der großen Tragödie des Weltkriegs verstehen ließen«, sagte der Argentinier. In Buenos Aires hätten sie den Krieg nur über die vielen Migranten kennengelernt, die aus Deutschland, Italien und Polen gekommen seien. (dpa/jW)

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