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Aus: Ausgabe vom 06.07.2021, Seite 15 / Betrieb & Gewerkschaft
Tarifabschluss

Entgelte steigen um 5,1 Prozent

Tarifabschluss in Obst- und Gemüsebranche
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Zahlreiche Arbeitsschritte sind erforderlich, bis es so aussieht

Es ist vollbracht: der Tarifabschluss in der obst- und gemüseverarbeitenden Industrie in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland. Das teilte die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) Südwest Anfang vergangener Woche in Stuttgart mit. Demnach erhalten die Branchenbeschäftigten 5,1 Prozent mehr Lohn und Gehalt. Allerdings in zwei Stufen.

»Rückwirkend zum 1. Juni 2021 steigen die Entgelte um 2,6 Prozent«, wird Uwe Hildebrandt, NGG-Landesbezirksvorsitzender und Verhandlungsführer in der aktuellen Tarifrunde, in einer Mitteilung nach Abschluss der Verhandlungen zitiert. Außerdem informierte er: »Eine weitere Steigerung konnte für 1. Mai 2022 um 2,5 Prozent vereinbart werden. Die Auszubildenden erhalten eine überproportionale Steigerung von zweimal 40 Euro. Die Ausbildungsvergütungen steigen ebenfalls zum 1. Juni 2021 sowie zum 1. Mai 2022.«

Anderswo enden Tarifrunden ergebnislos. Nicht so hier. Diese Tarifsteigerung konnte bereits beim zweiten Verhandlungstermin am Freitag, dem 25. Juni 2021, in Wiesbaden erzielt werden, teilte Hildebrandt mit. Der seitens der sogenannten Sozialpartner unterzeichnete neue Entgelttarifvertrag gilt für die rund 2.000 Beschäftigten in der obst- und gemüseverarbeitenden Industrie in den drei oben genannten Bundesländern. Das Gros der Kolleginnen und Kollegen ist in folgenden Unternehmen beschäftigt: Andros Deutschland GmbH, Breuberg; Eckes Granini GmbH, Nieder-Olm; Rheintal Tiefkühlkost, Bobenheim-Roxheim und bei Niehoffs Vaihinger, Lauterecken.

Hildebrandt weist darauf hin, dass die Beschäftigten in den zurückliegenden rund anderthalb Jahren aufgrund der Auswirkungen der Coronakrise unter deutlich erschwerten Arbeitsbedingungen Mehrwert produziert haben, Überstunden an der Tagesordnung waren und in einigen Betrieben auch Sonderschichten gefahren wurden. »Die Beschäftigten haben jederzeit dafür gesorgt, dass die Regale im Handel voll waren«, betonte Hildebrandt. »Daher konnte zusätzlich eine Coronaprämie in Höhe von 210 Euro vereinbart werden, die mit der Abrechnung im Juli ausbezahlt wird.« Und Auszubildende erhalten ein Vergütungsplus von 105 Euro.

Wermutstropfen: Der Entgelttarifvertrag hat eine Laufzeit von 24 Monaten. Er kann frühestens zum 30. April 2023 gekündigt werden. (jW)

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