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Aus: Ausgabe vom 26.06.2021, Seite 1 (Beilage) / Wochenendbeilage
Diplomatie

»Vertrauensbildende Maßnahmen könnten sehr hilfreich sein«

Über ihr Leben als Diplomatin, Erfahrungen auf der Koreanischen Halbinsel und die Schwierigkeit, Dialog zu fördern. Ein Gespräch mit Doris Hertrampf
Interview: Rainer Werning
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Der Bahnhof von Hamhung, der zweitgrößten Stadt Nordkoreas

Wie verliefen Ihre Wege, bevor Sie eine diploma­tische Laufbahn ein­schlugen?

Für mich als typische »Arbeitertochter vom Lande« in einer Familie von Nichtakademikern war es normal, nach Abschluss der »Volksschule«, so hieß das damals, mit 14 ­Jahren eine Lehre zu beginnen. Ich absolvierte eine Lehre zur Industriekauffrau, aber ich lernte zusätzlich Fremdsprachen, weil ich einmal im Ausland leben und arbeiten wollte. Und weil das Lernen Spaß machte, bereitete ich mich neben meiner Berufstätigkeit durch Fernkurse auf das Abitur vor, um danach an der Universität Münster Volkswirtschaftslehre zu studieren. Als ich eines Tages auf Informationen zum Thema »Berufsbild Diplomat« stieß, war mir sofort klar, dass dies der Beruf ist, den ich unbedingt ergreifen wollte.

Sie wurden die erste Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland in der Demokratischen Volksrepublik Korea, besser bekannt als Nordkorea. Wie kam es dazu und überhaupt zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen beiden Ländern?

Zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Demokratischen Volksrepublik Korea im Jahre 2001 kam es vor dem Hintergrund einer besonderen Situation in Nordkorea: 1995 hatte die Volksrepublik wegen einer langanhaltenden Hungersnot um internationale Hilfe gebeten, und die EU insgesamt, aber auch die Bundesrepublik allein waren seitdem mit humanitären Beiträgen in erheblicher Höhe und mit Hilfsorganisationen wie Cap Anamur und der Welthungerhilfe vor Ort engagiert.

Es gab Gespräche zwischen den USA und Nordkorea über eine Verbesserung der bilateralen Beziehungen, und im Herbst 2000 besuchte die US-Außenministerin Madeleine Albright Pjöngjang. Es war eine Zeit, in der die vom südkoreanischen Präsidenten Kim Dae Jung 1997 eingeleitete »Sonnenscheinpolitik« gegenüber Nordkorea die Hoffnung nährte, die Volksrepublik würde sich einen Spaltbreit öffnen. Immerhin fand ebenfalls im Jahre 2000 das historische Gipfeltreffen beider koreanischer Staatschefs in Pjöngjang statt.

Vor diesem Hintergrund brachte die nordkoreanische Regierung im selben Jahr gegenüber der Bundesregierung den Wunsch zur Aufnahme ­diplomatischer Beziehungen zum Ausdruck, was Präsident Kim Dae Jung anlässlich seiner Staatsvisite in Berlin ausdrücklich befürwortete. Es wurden sodann Gespräche über die Normalisierung des deutsch-nordkoreanischen Verhältnisses geführt. Im Ergebnis kam es am 1. März 2001 zu einem Notenwechsel, in dessen Folge die bilateralen Beziehungen offiziell aufgenommen wurden.

Die Deutsche Demokratische Republik (DDR) unterhielt langjährige enge Beziehungen zu Nordkorea. Wie sahen diese konkret aus?

Nach der Gründung von Nord- und Südkorea 1948 nahmen 1949 die DDR mit Nordkorea und die BRD mit Südkorea diplomatische Beziehungen auf. Der Austausch von Botschaftern erfolgte allerdings jeweils erst 1954, nachdem 1953 mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens von Panmunjom der dreijährige Koreakrieg endete. In der Folge wurde die DDR sehr rasch drittgrößter Wirtschaftspartner Nordkoreas nach der Sowjetunion und der VR China und einer der größten Geber von Aufbau- und Wirtschaftshilfe. Die DDR war insbesondere – vor allem durch die Entsendung von Ingenieurteams – maßgeblich am Wiederaufbau der zweitgrößten Stadt des Landes, Hamhung an der Ostküste, beteiligt. Die Summe der von DDR der DVRK zur Verfügung gestellten Hilfsleistungen zwischen 1950 und 1962 betrug nach den Zahlen, die ich dazu zu finden vermochte, mehr als eine halbe Milliarde DDR-Mark.

Die politischen Beziehungen waren eng: Kim Il Sung besuchte die DDR zweimal, und sehr viele hochrangige DDR-Politiker besuchten ihrerseits die DVRK. Die Beziehungen blieben auch in den Phasen freundlich, in denen sich die DVRK von Moskau oder Beijing – oder beiden zusammen – zu distanzieren suchte und eine Art »Schaukelpolitik« beziehungsweise »Äquidistanz« zwischen den beiden sozialistischen Großmächten betrieb.

Im Bereich von Kultur und Wissenschaft war die DDR ebenfalls ein bedeutender Partner. Die Deutschabteilung der Kim-Il-Sung Universität wurde 1961 gegründet und von der DDR großzügig durch Ausstattung, Lehrkräfte und Austausch von Professoren und Studenten gefördert. Neben Studenten wurden auch Spezialisten und Facharbeiter in Betrieben der DDR ausgebildet. In Berlin wurde an der Humboldt-Universität der einzige Lehrstuhl für Koreanistik der DDR gegründet und ausgebaut.

Wie ich auch persönlich in Pjöngjang erleben konnte, führte die Zusammenarbeit mit der DDR zu einem überwiegend positiven Deutschland-Bild in Nordkorea, das für uns später vorteilhaft war.

Wie oder über welche dritte Partei verliefen vor der Aufnahme voller ­diplomatischer Beziehungen bilaterale Kontakte zwischen der Bundesrepublik und Nordkorea ?

Die diplomatischen Beziehungen zwischen der DDR und der DVRK endeten am 3. Oktober 1990, die Bundesrepublik Deutschland und Nordkorea etablierten anschließend sogenannte »Interessenvertretungen« in ihren jeweiligen Botschaften in Berlin und in Pjöngjang. Im Botschaftsgebäude in Pjöngjang arbeiteten jeweils ein bis zwei Mitarbeiter der deutschen Botschaft Beijing, und Schweden fungierte als Schutzmachtvertretung der Deutschen. Die nordkoreanische Botschaft in Berlin funktionierte in ähnlicher Weise, dort fungierte indes die VR China als Schutzmachtvertretung.

Zu Beginn Ihrer Amtszeit befanden sich Seoul und Pjöngjang auf dem Höhepunkt der sogenannten Sonnenscheinpolitik, des bis dahin engsten innerkoreanischen Verhältnisses ­also. Auch seitens der EU wurde diese Politik begrüßt und unterstützt. Weshalb war diesen vielversprechenden Avancen letztlich kein Erfolg beschieden?

Zur Erinnerung: Die Clinton-Regierung hatte 1994 zur Beilegung der ersten Nuklearkrise das »Genfer Rahmenabkommen« mit Nordkorea verhandelt und abgeschlossen. Die eigens zu diesem Zweck etablierte Korean Peninsula Energy Development Organisation (KEDO) war über Jahre hinweg in und mit Nordkorea tätig gewesen. Es gab am Ende der Clinton-Amtszeit vielversprechende Anzeichen für eine Änderung der Haltung Nordkoreas gegenüber den USA. Ab 2001 änderte sich das Bild – erst recht nach dem Terroranschlag auf das World Trade ­Center am 11. September 2001.

Als ich mein Amt Anfang Januar 2002 in Pjöngjang antrat, herrschte zwar noch »Sonnenschein« – er war allerdings bereits getrübt, weil sich das Verhältnis zwischen den USA und Nordkorea zunächst abkühlte und später dann merklich verschlechterte.

Am 29. Januar 2002 hielt Präsident Bush die bekannte »Achse-des-Bösen«-Rede, in der er Nordkorea, Iran und Irak beschuldigte, Terroristen zu unterstützen und nach Massenvernichtungswaffen zu streben. Nordkoreanische Gesprächspartner zeigten den diplomatischen Vertretern in Pjöngjang gegenüber deutlich ihre Sorge, wie sich diese Haltung der US-Regierung für Nordkorea auswirken könnte.

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Doris Hertrampf

Anfang Oktober 2002 fand der Besuch einer hochrangigen US-Delegation in Pjöngjang statt, in dessen Folge die USA erklärten, die nordkoreanische Seite habe eingestanden, unter Bruch des »Genfer Rahmenabkommens« ein geheimes Urananreicherungsprogramm zu betreiben. Von Nordkorea wurde dies anfänglich energisch bestritten, dann jedoch nutzte man in Pjöngjang den Anlass, 2003 den Austritt aus dem Nichtverbreitungs­vertrag (NVV) zu erklären, die Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) des Landes zu verweisen und den stillgelegten Atomreaktor in Yong­byon wieder in Betrieb zu nehmen. Damit begann das nordkoreanische Nuklear­programm, das bis heute andauert und nachteilige Auswirkungen auch auf das gesamte innerkoreanische Verhältnis hatte und noch hat.

Dennoch blieb dieses Verhältnis auch unter dem Nachfolger von Präsident Kim Dae Jung, Roh Moo Hyun (2003–2008), von Sachlichkeit geprägt. Ausdruck davon waren der Ausbau und die Inbetriebnahme der Industriezone Kaesong sowie ein Besuch des Präsidenten in Pjöngjang. Letztlich trugen die Nukleartests Nordkoreas ab 2006 und die fehlenden Erfolge bei den Sechsparteiengesprächen in Beijing (an denen neben den beiden Koreas und Gastgeber China die USA, Japan und Russland teilnahmen, jW) dazu bei, dass auch das innerkoreanische Verhältnis abkühlte.

Sie kennen beide Koreas sehr gut. Was sind Ihrer Meinung nach die vereinenden, was die trennenden Elemente in beiden Gesellschaften?

Mit gebotener Vorsicht und Zurückhaltung würde ich als vereinende Elemente die gemeinsame Erinnerung an eine über tausendjährige Geschichte gemeinsamer Staatlichkeit nennen sowie eine Tradition des Konfuzianismus.

Als trennende Elemente sehe ich vor allem die folgenden Punkte: Nach 75 Jahren Teilung existieren auf der Koreanischen Halbinsel zwei Staaten mit diametral entgegengesetzten Gesellschafts- und Wirtschaftsordnungen und Ideologien. Im Süden wurden einer langjährigen Militärdiktatur durch Einsatz, Mut und Opferbereitschaft Demokratie und Bürgerrechte abgetrotzt. Es existiert dort eine vitale Zivilgesellschaft, und den Rechten des einzelnen wird Vorrang gegenüber dem Staat eingeräumt. Das hingegen ist eine Denkweise, die den Bürgern Nordkoreas fremd ist, denn sie lernen von Kindesbeinen an, dass der einzelne ohne den Staat nichts ist und er seine eigenen Interessen dem Gesamtinteresse unterzuordnen hat.

Die Bürger beider Staaten haben seit 70 Jahren keine Kenntnisse aus eigener Anschauung mehr über den anderen Landesteil, und ihre vorhandenen Kenntnisse sind weitgehend durch gegenseitige Propaganda und Feindbilder geprägt. Man darf nicht vergessen, wie unmenschlich strikt die Abtrennung tatsächlich ist und dass sie in ihrer Totalität keinen Vergleich mit den Verhältnissen im geteilten Deutschland zulässt. Die Menschen in Nord und Süd konnten in 70 Jahren den anderen Staat nicht besuchen, sie konnten keine Briefe senden oder miteinander telefonieren. Und sie hatten und haben auch sonst keine Möglichkeit, miteinander in Kontakt zu treten. Einzige Ausnahme bildeten staatlich reglementierte Treffen getrennter Familien, die seit 2000 insgesamt 21mal, zuletzt im Jahre 2018, stattfanden.

Was täte aus Ihrer Sicht not, um das Verhältnis zwischen Nord- und Südkorea auf Dauer zu verbessern? Welchen Beitrag vermöchte die Bundesrepublik dazu zu leisten?

Welche Schritte geeignet wären, haben zuletzt die Gemeinsamen Erklärungen aus den innerkoreanischen Gipfeltreffen vom 27. April 2018 (Erklärung von Panmunjom) und vom 19. September 2018 (Erklärung von Pjöngjang) mit wünschenswerter Deutlichkeit festgestellt, aus denen ich hier nur einige Punkte nenne, die mir besonders wichtig scheinen: Beide Seiten erklären ihren Willen, »ein neues Zeitalter der nationalen Versöhnung, des Friedens und Wohlstandes einzuleiten und sich tatkräftig für die Verbesserung und Entwicklung der innerkoreanischen Beziehungen einzusetzen«.

Auf dieser Grundlage wollen beide Seiten Maßnahmen ergreifen, unter anderem Gespräche und Verhandlungen führen und bei einer Reihe von Themen wie Umweltschutz, Gesundheit, Seuchenbekämpfung und Wiederherstellung getrennter Verkehrslinien wie Straßen und Eisenbahnen aktiv werden. Auf beiden Seiten sollen die »Zusammenarbeit, gegenseitige Besuche und Kontakte auf allen Ebenen« gefördert werden, und sie wollen das Waffenstillstandsabkommen in ein Friedensabkommen umwandeln und damit das Ende des Koreakrieges herbeiführen. Außerdem bestätigen beide Seiten das gemeinsame Ziel, durch vollständige Denuklearisierung eine atomwaffenfreie Koreanische Halbinsel zu verwirklichen.

Versuchten beide Seiten die Panmunjom-Erklärung mit langem Atem umzusetzen, könnte es nach und nach positive Entwicklungen, vor allem Vertrauensbildung und Abbau von gegenseitigem Misstrauen, geben. Leider hat jedoch Nordkorea im Juni 2020 unter einem Vorwand das im September 2018 eröffnete Verbindungsbüro in Kaesong zerstört und die Kommunikation mit Südkorea abgebrochen.

Sicher könnten Deutschland und die EU einen innerkoreanischen Verständigungsprozess unterstützen, sei es durch die Förderung von Verhandlungsprozessen, durch praktische und humanitäre Hilfe, durch Förderung von kultureller Zusammenarbeit in jeder Form, entsprechend den Wünschen der beteiligten Parteien. Vertrauensbildende Maßnahmen jeder Art könnten auf der Koreanischen Halbinsel sehr hilfreich sein, zumal Deutschland und die EU ja gerade in diesen Bereichen über reiche Erfahrungen verfügen. Aber dazu müsste der Verständigungsprozess zwischen Nord und Süd wieder in Gang kommen!

Ist von US-Präsident Joseph Biden eine neue Nordkorea-Politik zu erwarten oder eher ein Verharren in alten Mustern inklusive Drohgebärden und verlängerter Sanktionen?

Das ist im Moment schwierig vorherzusagen, denn die Biden-Administration hat ihre Überprüfung der Nordkorea-Politik zwar am 30. April abgeschlossen, aber bisher noch keine Details dazu veröffentlicht. Es gab zumindest schon Anzeichen dafür, dass eine engere Zusammenarbeit mit den Verbündeten, insbesondere Südkorea und Japan, bei der Lösung des Nuklearproblems angestrebt wird. Künftig ist beabsichtigt, diplomatische Kanäle zu reaktivieren und mit Nordkorea erneut ins Gespräch zu kommen. Dabei sollen auch die Ergebnisse der Gipfeldiplomatie des Jahres 2018 als Grundlage dienen.

In der Gemeinsamen Erklärung anlässlich des Treffens zwischen den Präsidenten Biden und Moon am 21. Mai in Washington heißt es dazu, man strebe gemeinsam eine vollständige Denuklearisierung der Koreanischen Halbinsel und eine Lösung bezüglich der Nuklearwaffen und ballistischen Waffen Nordkoreas an und rufe zur vollen Umsetzung der relevanten Resolutionen des UN-Sicherheitsrates auf. Beide Seiten begrüßen ausdrücklich einen offenen Ansatz, der diplomatische Wege und den Dialog mit Nordkorea sucht und sich dabei ebenso auf frühere Verpflichtungen wie die Panmunjom-Erklärung und die Gemeinsame Erklärung von Singapur aus dem Jahr 2018 stützt.

Zeitgleich wurde der US-Diplomat und Nordkorea-Experte Kim Sung zum Sonderbotschafter der USA für Nord­korea ernannt – auch dies ein Zeichen für Gesprächsbereitschaft. Vieles ist im Moment noch ungewiss – seien es weitere Entwicklungen im Verhältnis zwischen den USA und China, sei es die künftige Politik Nordkoreas, wenn es seine Abschottung wegen der Coronapandemie beendet.

Befassen Sie sich noch heute mit der Situation auf der Koreanischen Halbinsel? Falls ja, in welcher Weise?

Korea hat mich so tief beeindruckt, dass ich davon nicht loskomme. Seitdem ich meinen Wohnsitz wieder permanent in Deutschland habe, bin ich aktiv in der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft, als deren Vizepräsidentin ich fungiere. Nach Möglichkeit versuche ich auch, jedes Jahr einmal nach Korea zu reisen und die koreanischen Freunde wiederzusehen. Außerdem kann ich dank der hervorragenden Einrichtung der »Gasthörer-Card« der Freien Universität Berlin an den Vorlesungen des Instituts für Korea-Studien der FU als Gasthörerin teilnehmen und bin immer wieder begeistert davon, was sich im Bereich der Ostasienwissenschaften lernen und erfahren lässt! Die Beschäftigung mit der politischen Lage auf der Koreanischen Halbinsel ist sehr wichtig für mich, aber mich interessieren auch viele andere Aspekte an Korea und seiner Kultur. Dazu gehört natürlich die Sprache, die ich faszinierend finde und mit wechselndem Erfolg zu erlernen versuche. In diesem Sinne: Gamsa hamnida – haben Sie vielen Dank für Ihr Interesse an Korea!

Doris Hertrampf …(Jahrgang 1948) wuchs in Ostwestfalen-Lippe auf. Nach einer Lehre als Industriekauffrau erwarb sie neben ihrer Berufstätigkeit die Hochschulreife und begann 1971 ein Studium der Volkswirtschaftslehre an der Universität Münster. Nach dem Diplomabschluss trat sie 1981 in den diplomatischen Dienst ein. Bis zu ihrer Pensionierung im Juli 2013 war sie unter anderem als Referentin in Indien (Generalkonsulat Mumbai), in der Russischen Föderation (Botschaft Moskau) sowie als Leiterin der OSZE-Mission in Tallinn/Estland und zuletzt als Botschafterin in Tadschikistan eingesetzt.

Nachdem Frau Hertrampf von 1986 bis 1989 als Presse- und Wirtschaftsreferentin an der Botschaft in Seoul tätig gewesen war, wurde sie 2002 die erste Botschafterin der BRD in Pjöngjang, ein Posten, den sie dreieinhalb Jahre lang ausübte. Heute ist Frau Hertrampf Vorsitzende der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft (DKG) Berlin-Brandenburg.

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