Zum Inhalt der Seite

Anno … 21. Woche

1831, 26. Mai: Während des Polnisch-Russischen Kriegs, dem sogenannten »Novemberaufstand«, kommt es zur Schlacht bei Ostroleka. Bei den Kämpfen um Brückenübergänge über den Weichsel-Nebenfluss Narew müssen beide Seite erhebliche Verluste hinnehmen. Die polnischen Truppen unter Jan Zygmunt Skrzynecki verlieren fast ein Viertel ihrer Männer. Die Schlacht gilt als eine der Wendepunkte des Krieges, in dem Polen seine Unabhängigkeit vom Zarenreich nicht erstreiten kann.

1926, 27. Mai: Die Rif-Republik wird zerschlagen. Erst 1920 hatten Stämme der Rifkabylen ihre Unabhängigkeit von Spanisch-Marokko proklamiert, 1923 die erste Regierung unter Mohammed ben Abd Al-Karim Al-Khattabi, kurz Abdelkrim, konstituiert. Nach einjährigem Kampf, bei dem der Haager Landkriegsordnung zuwiderhandelnd französisch-spanische Streitkräfte Senfgas einsetzen, beenden diese das kurze Kapitel Rif-Repbulik.

1926, 28. Mai: Reaktionäre Militärs, angeführt von Manuel de Oliveira Gomes da Costa, putschen im portugiesischen Braga und zerschlagen erfolgreich die seit 1910 bestehende erste Republik Portugals. Gomes da Costa übergibt zwei Tage später die Macht an José Mendes Cabeçadas Júnior, dessen Beliebtheit unter den Putschisten jedoch begrenzt ist, weswegen Gomes da Costa das Amt des Staatsoberhauptes wieder übernimmt, ehe ihn eine erneute Militärrevolte im Juli zum Abdanken zwingt.

1956, 24. Mai: Der erste »Gran Premio Eurovisione della Canzone Europea« findet im schweizerischen Lugano statt. Nur sieben Länder nehmen teil, auch weil drei Nationen den Anmeldeschluss bei der Europäischen Rundfunkunion verpassen. Siegerin ist die Schweizerin Lys Assia mit ihrem Song »Refrain«. Seit 1992 trägt der Wettbewerb offiziell den heute gängigen Titel »Euro­vision Songcontest«.

1961, 28. Mai: Der Artikel »The Forgotten Prisoners« (»Die vergessenen Gefangenen«) des Rechtsanwalts Peter Benenson wird in der britischen Sonntagszeitung The Observer veröffentlicht. Die durch den Beitrag initiierte Aktion »Appeal for Amnesty« gilt als Ursprung für die Menschenrechtsorganisation »Amnesty International«. Sie zählt heute zirka sieben Millionen Mitglieder weltweit.

junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 22.05.2021, Seite 15, Geschichte

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!