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Aus: Ausgabe vom 19.05.2021, Seite 8 / Ansichten

Blasenexperte des Tages: Michael Burry

Von Oliver Rast
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Hat ein Faible für ruinöse Zockerei unter Klassenfreunden (New York City, 23.11.2015)

Er kennt die Tollheiten auf den Kapitalmärkten, zockt und clincht mit Aktienpaketen: Michael Burry. Der Typ gilt als eine Art Superstar der Hedgefonds-Jongleure. 2007 spekulierte der Gründer und Chef der Investmentfirma Scion Asset Management auf das Platzen der Immobilienblase in den USA. Sein Wettcoup brachte ihm einen ordentlichen Batzen Spielgeld ein. Damit klimpert er aufreizend lässig rum, provoziert – den Gigafactory-Baumeister Elon Musk etwa.

»Stand 31. März«, so schrieb das Schweizer Onlineportal Cash am Dienstag, hat Zocker-Burry »Put­optionen auf insgesamt 800.100 ­Tesla-Aktien gekauft – damaliger Positionswert 534 Millionen US-Dollar.« Kurzlehrgang im Genre Spekulation: Solche Optionsscheine räumen dem Käufer das Recht, aber nicht die Pflicht ein, einen Vermögenswert zu einem bestimmten Preis und Ausübungszeitpunkt zu verticken. Der Wert einer Putoption steigt, wenn der Basispreis an Wert verliert. Wann »Big Short«-Investor Burry abstoßen muss, hat er im Urin.

Im Januar warnte er bereits vor dem Kollaps der Tesla-Anteilsschnipsel. Die Tendenz stimmt. Nach dem Allzeithoch am 26. Januar von 883,09 US-Dollar pro Aktie verlor das Papier 35 Prozent an Wert. Ein Sinkflug, der den Verhaltensoriginellen vorab triumphieren lässt: »Mein letzter Big Short wird größer und größer. Genießt es, solange es dauert.«

Der kalifornische Medikus legte sich ferner mit Anlegern der bekanntesten Kryptokohle an. »Bitcoin ist eine spekulative Blase, die mehr Risiko als Chance birgt.« Trotz eingeschränkter Sehkraft scheinen Burrys Blicke in die Glaskugel prognostisch treffsicher zu sein. Der Kurs sank drastisch von gut 65.000 US-Dollar auf aktuell etwas über 45.000.

Zurück zum Gekabbel Burry versus Musk – es ist ein moderner Hahnenkampf von Megamilliardären. Unsere Resthoffnung als organisierte Arme: Ruiniert euch!

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