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Aus: Ausgabe vom 19.05.2021, Seite 2 / Inland
Arbeitskampf

Wut auf Bosse

Airbus: IG Metall organisiert überregionalen Aktionstag gegen Kahlschlag
Von Oliver Rast
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Zeigen Flagge gegen Konzernumbau und drohenden Ausverkauf (Hamburg, 18.5.2021)

Die Beschäftigten seien auf Zinne, sagte Ernesto Harder, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Bremen, am Dienstag im jW-Gespräch. Sie sind also extrem wütend, wie es umgangssprachlich in Norddeutschland heißt. Mit Grund: Der Flugzeugbauer Airbus will den Konzern komplett umkrempeln. Betroffen sind vorrangig die Standorte im Norden der Republik. Deshalb riefen Metaller und Betriebsräte die Belegschaften an fünf Produktionsorten in Bremen, Hamburg und Niedersachsen zu Protestaktionen auf – Motto: »Rote Karte für das Management«.

Geht es nach den Bossen, wird die zivile Flugzeugstrukturfertigung in zwei neue Gesellschaften aufgespalten: ein Unternehmen für die Einzelfertigung und eine Tochtergesellschaft für die Strukturmontage. Am Mittwoch will die Geschäftsführung von Airbus die Mitglieder des »Europäischen Betriebsrats« über die Kahlschlagpläne informieren. »Einer Zerschlagung und einem Verkauf von Teilen des Konzerns erteilen wir eine deutliche Absage«, wird Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Küste, in einer am Dienstag verbreiteten Mitteilung zitiert. Die Gründung von weiteren Tochtergesellschaften mache keinen Sinn und erhöhe nur den Druck auf die Beschäftigten. »Sie müssen die Verlagerung von Teilen der Produktion in Billiglohnländer und Einschnitte bei den Einkommen befürchten.« Das Management müsse vorrangig auf eine Stärkung der Standorte und die vorhandenen Kernkompetenzen setzen, so Friedrich weiter. »Statt die Belegschaften mit immer neuen Plänen zu verunsichern und zu spalten, brauchen wir Zukunftsperspektiven und Stabilität.«

Das fordert gleichfalls sein Bremer Gewerkschaftskollege Harder, zumal die Wertschöpfungskette eines in Einzelteile zerlegten Konzerns kaum reibungslos funktionieren dürfte. »So etwas kostet im Produktionsablauf extra Geld und extra Zeit.« Er könne vor »Adhoc-Aktionen« der Manager nur warnen.

Rund 300 Beschäftigte zogen in der Hansestadt vor das Werkstor, insgesamt protestierten Tausende Airbus-Kollegen am Dienstag gegen den geplanten Konzernumbau. »Wir stellen uns auf einen längeren Konflikt ein«, sagte Harder. IG Metall, Betriebsräte und Belegschaften seien entschlossen, »unsere Aktionsformen sind steigerungsfähig, keine Frage«, betonte er.

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