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Aus: Ausgabe vom 08.05.2021, Seite 2 / Sport
Organisierung der Kurve

Gegen Polizeigewalt und Willkür

Fanhilfen gründen bundesweiten Dachverband für Antirepressionsarbeit
Von Oliver Rast
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Fanszenen organisieren Rechtsschutz – in Magdeburg etwa

Monatelang hatten sie konferiert und debattiert. Am Freitag war es soweit: Der Dachverband der Fanhilfen wurde offiziell gegründet. Es ist ein bundesweites Netzwerk von 19 regionalen Initiativen von engagierten Fußballanhängern. Das Ziel: »Fans bei juristischen Auseinandersetzungen zu unterstützen und Antirepressionsarbeit zu leisten«, so hieß es in der am Freitag verbreiteten Pressemitteilung der Fanhelfer. Dazu sei »Öffentlichkeitsarbeit über die fortschreitende Einschränkung von Fanrechten« erforderlich, um »immer wieder deutlich zu machen, dass Fußballfans keine Versuchskaninchen von Innenministern und Polizeigewerkschaftern sein dürfen«.

Nur: Warum jetzt die Gründung? Die seit Jahren bestehende konstruktive Zusammenarbeit werde nun über Vereinsgrenzen hinweg »auf ein festes Fundament gestellt«, sagte ein Sprecher des Dachverbands am Freitag gegenüber jW. Themen wie die Datei »Gewalttäter Sport« und der Kampf gegen ausufernde Polizeigewalt könnten auf Bundesebene umfassender behandelt werden, erwähnte Linda Röttig, Vorstandsmitglied des Dachverbands, gleichentags gegenüber dieser Zeitung. Dabei würden die örtlichen Fanhilfen wie der Dachverband anwaltlich unterstützt. René Lau, jW-Kolumnist und Mitglied der AG Fan­anwälte, kommentierte die Gründung so: »Mit geballter Kraft können wir noch stärker für Fanrechte streiten.« Es sei eine neue Qualitätsstufe, wenn Fanhilfen koordiniert im Land mit einer Stimme sprechen.

Unterstützt wird das Projekt von progressiven Abgeordneten – Monika Lazar etwa. Die eingeforderten Bürgerrechte von Fußballfans hätten zugleich eine »gesamtgesellschaftliche Bedeutung«, sagte die sportpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion am Freitag auf jW-Anfrage.

Die einzelnen Fanhilfen blieben weiterhin autonom, betonte der Sprecher des Dachverbands. Es gehe schließlich um Vernetzung, nicht um eine Einheitsorganisation. Er äußerte sich zuversichtlich, dass sich weitere Fanhilfen dem Projekt anschließen werden, »aber ohne Druck und völlig frei«. Das erste Etappenziel des Dachverbands ist klar: die Stadionrückkehr der Anhänger des Fußballsports nach dem Ende der Pandemie. Ohne Einschränkungen wie Kontaktnachverfolgung und Verbote für Gästefans, versteht sich.

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