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Aus: Ausgabe vom 05.05.2021, Seite 1 / Ausland
Internationale Gespräche

Front gegen Beijing

Treffen der G-7-Staaten: Außenminister beraten in London zu VR China
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»Internationale regelbasierte Ordnung«? – Die G-7-Außenminister am Dienstag in London

Die Außenminister der G-7-Staaten haben bei ihrem Treffen in London über
den Umgang mit der Volksrepublik China beraten. Bei ihren Gesprächen in der britischen Hauptstadt suchten die Minister am Dienstag nach einer gemeinsamen Haltung gegenüber Beijing. Zudem soll der G-7-Gipfel der Staats- und Regierungschefs im britischen Cornwall vom 11. bis 13. Juni vorbereitet werden.

Zum Auftakt ihrer dreitägigen Beratungen am Montag hatten die G- 7-Minister bei einem Arbeitsessen über die Konflikte mit dem Iran und der Demokratischen Volksrepublik Korea beraten. Am Dienstag stand dann China im Zentrum. Der Westen hat Angst vor dem zunehmenden wirtschaftlichen und militärischen Einfluss Beijings.

Es gehe den »G 7« nicht darum, China »in Schach oder klein zu halten«, sagte US-Außenminister Antony Blinken dazu bereits am Montag. »Wir versuchen, die internationale regelbasierte Ordnung aufrechtzuerhalten, in die unsere Länder in so vielen Jahrzehnten soviel investiert haben, was nicht nur unseren eigenen Bürgern, sondern den Menschen auf der ganzen Welt zugute kam – und übrigens auch China.«

Der britische Außenminister Dominic Raab rief die Regierung in Beijing dazu auf, ihre »Verpflichtungen« in bezug auf die Sonderverwaltungszone Hongkong einzuhalten. Zugleich müsse nach »konstruktiven Wegen« gesucht werden, um mit China zusammenzuarbeiten, etwa im Kampf gegen den Klimawandel.

Seit dem Beginn der Pandemie hatten die Außen- und Entwicklungsminister der »G 7« nur virtuelle Konferenzen abgehalten, es war das erste persönliche Ministertreffen seit zwei Jahren. Der Gruppe der »sieben führenden Industrienationen« gehören die USA, Kanada, die BRD, Frankreich, Großbritannien, Italien und Japan an. Zu den Gesprächen in London sind auch Südkorea, Australien, Indien, Südafrika und Brunei, als Vertreter des ASEAN-Verbandes, eingeladen. Die britische Präsidentschaft wolle die »G 7« so noch mehr zu einem »zen­tralen Forum der großen Demokratien« machen, hieß es. Aus Beijing gab es bis jW-Redaktionsschluss kein Statement zu den Äußerungen auf dem Treffen. (AFP/jW)

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