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Aus: Ausgabe vom 03.05.2021, Seite 16 / Sport
Eishockey

»Nicht alle haben die Power«

Das deutsche Eishockeynationalteam offenbart Kaderschwächen
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Beratungsbedarf: Toni Söderholm (vorn) und sein DEB-Team (21.4.2021)

Die Personalauswahl für die Eishockey-WM in Riga in knapp drei Wochen bleibt schwierig. Bundestrainer Toni Söderholm sprach nach der vierten Niederlage im vierten WM-Test am Sonnabend gegen Tschechien (4:5) mit einigen Falten auf der Stirn über den Kader: »Es gibt Spieler, die in diesem Jahr eine sehr große mentale Belastung hatten. Das muss man akzeptieren«, sagte Söderholm zu den Gesprächen mit den WM-Kandidaten. Der Finne deutete an, dass es auch von den Adler Mannheim und dem ERC Ingolstadt, die am Freitag im jeweiligen Halbfinale der Deutschen Eishockeyliga (DEL) gescheitert waren, Absagen geben werde: »Wir müssen uns darauf einstellen, dass nicht alle die Power haben.«

Manch einer sorgt sich um die eigene Gesundheit. Schon das vergangene Jahr mit dem zweimal verschobenen DEL-Saisonstart und mit vielen Spielen binnen kurzer Zeit hatte vielen Spielern psychisch zugesetzt. Vom EHC RB München gab es bereits Absagen von gleich vier Olympia-Silbergewinnern von 2018: Yasin Ehliz, Daryl Boyle, Yannic Seidenberg und Frank Mauer.

Die Zurückhaltung der Spitzenspieler wird für Söderholm zum Problem. Denn das aktuelle Aufgebot schlug sich in den meisten bisherigen Duellen in der Slowakei (3:4 nach Penaltyschießen/1:2) und nun gegen Tschechien (1:4/4:5) zwar wacker, verlor aber auch viermal und offenbarte noch etliche Schwachstellen. »Es ist gut, dass sich diese Baustellen jetzt auftun«, verbreitet Söderholm Zweckoptimismus. »Man hofft schon, dass die Jungs vor der WM auch mal ein Erfolgserlebnis haben«, sagte der Finne. Die nächste Möglichkeit dazu bietet sich in den abschließenden Testspielen am Freitag und Sonnabend gegen Belarus.

Auch die traditionelle Kaderverbesserung mit Spielern aus Nordamerika gestaltet sich schwierig. Ernsthaft in Frage kommen wohl ohnehin nur Profis, die in der NHL nicht in die Playoffs kommen. Denn nach dem letzten Saisonspiel benötigen sie noch zwei, drei Tage bei ihren Teams, anschließend müssen sie diesmal durch eine siebentägige Quarantäne. Kandidaten wären Tim Stützle (Ottawa), Marc Michaelis (Vancouver) oder Tobias Rieder (Buffalo). Sollte aus diesem Kreis jemand zur WM kommen, stünde er möglicherweise erst zum dritten Spiel in Riga am 24. Mai gegen Kanada zur Verfügung. Das könnte auch für Topverteidiger Moritz Seider gelten, der mit Rögle BK in Schweden noch bis spätestens 15. Mai um den Titel spielt. (dpa/jW)

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