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Aus: Ausgabe vom 01.04.2021, Seite 2 / Inland
Pandemiebekämpfung

Keine Linie bei Corona

Innenpolitischer Streit über Umgang mit Pandemiegeschehen. Gespräche mit Putin zu »Sputnik V«
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Gegenstand von Gesprächen: Der russische Impfstoff »Sputnik V«

Nach der neuen Altersbeschränkung für das Präparat von Astra-Zeneca auf über 60jährige rücken die Konsequenzen für die gesamten Coronaimpfungen in Deutschland in den Blick. Der Deutsche Lehrerverband sprach von einem »katastrophalen Rückschlag für die gerade Fahrt aufnehmende Impfung von Lehrkräften« und forderte eine Umstellung auf andere Präparate. In den Ländern sind teils Änderungen bei Liefer- und Terminplanungen nötig. Gesundheitspolitiker der Koalition äußerten sich mit Blick auf die weitere Impfkampagne zuversichtlich. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) kündigte für kommende Woche erneute Beratungen über die Sicherheit des Astra-Zeneca-Mittels an.

Lehrerverbands-Präsident Heinz-Peter Meidinger verlangte eine rasche Möglichkeit für unter 60jährige Lehrkräfte, sich mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer und demnächst mit dem von Johnson & Johnson impfen lassen zu können. »Wenn dieser Austausch nicht sofort stattfindet, wird es mit der Durchimpfung von Lehrkräften im April nichts mehr werden«, sagte er dpa. Dies gefährdete sonst zusätzlich zu steigenden Infektionszahlen die Chancen, Schulen offenzuhalten. Momentan sind in den meisten Bundesländern Osterferien. Viele Schulen sollen in der Woche nach Ostern oder später wieder öffnen.

Bund und Länder hatten am Dienstag abend nach einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) beschlossen, Astra-Zeneca in der Regel nur noch für Menschen ab 60 Jahre einzusetzen. Jüngere sollen sich »nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoanalyse nach sorgfältiger Aufklärung« weiterhin damit impfen lassen können. Hintergrund sind Fälle von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen. Erst Mitte März waren Astra-Zeneca-Impfungen nach einer einige Tage andauernden Impfpause und neuen Überprüfungen wieder angelaufen. Die Bundesregierung bat die Bürger um Verständnis, dass nun zunächst einiges umorganisiert werden müsse.

Am Dienstag abend besprachen in einer Videokonferenz Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der russische Präsident Wladimir Putin mögliche Kooperationen bei Impfstoffen. Es soll dabei auch um Lieferungen oder Produktionen des russischen Präparats »Sputnik V« gegangen sein. (dpa/jW)

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Leserbriefe zu diesem Artikel:

  • Achim Orlikowski: Unsagbares Versagen Warum wird in Ihrer Zeitung junge Welt von den Politikern nicht die Beschaffung von Impfstoff aus Ländern gefordert, wo dieser sofort und fast grenzenlos verfügbar ist, z. B. »Sputnik V«? Dieser Aspek...

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