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Aus: Ausgabe vom 27.03.2021, Seite 7 / Ausland
Venezuelas Wohnungsbauprogramm

Das Volk als Architekt

Venezuela: Mittlerweile mehr als 3,5 Millionen Sozialwohnungen übergeben. Bis 2025 sollen es fünf Millionen sein
Von Julieta Daza, Caracas
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Von Chávez ins Leben gerufen: Die Wohnungsbaumission in Venezuela trägt Früchte

Trotz Coronapandemie und der zu einem großen Teil auf die imperialistischen Zwangsmaßnahmen zurückzuführenden Wirtschaftskrise ist in Venezuela das Wohnungsbauprogramm nicht zum Stillstand gekommen. Am Donnerstag (Ortszeit) teilte der Wohnungsminister Ildemaro Villarroel mit, dass bereits 3.503.789 Sozialwohnungen im Rahmen des 2011 begonnenen Programms »Gran Misión Vivienda Venezuela« (Große Wohnungsmission Venezuelas) übergeben worden seien – die letzte an eine Familie im nordöstlichen Bundesstaat Monagas. Das berichtete der nationale Fernsehsender Venezolana de Televisión auf seiner Website, auf der regelmäßig der aktuelle Stand der Wohnungsmission dokumentiert wird.

Im Rahmen des Bauprojekts in Monagas waren 35 Zweifamilienhäuser errichtet worden. Einige Tage zuvor, am 18. März, war bei einer live übertragenen Veranstaltung die 3,5millionste Wohnung im nordwestlichen Bundesstaat Yaracuy übergeben worden. »Es ist ein heroischer Meilenstein erreicht worden, was nur durch die sozialistische Revolution möglich geworden ist«, erklärte Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro.

Am Bau der insgesamt 40 Wohneinheiten hatten sich zudem die zukünftigen Bewohner beteiligt, die in Gemeinderäten und den sogenannten Kommunen organisiert sind, informierte der Gouverneur des Staates Yaracuy, Julio Heredia. Wie Minister Villarroel bereits Ende Januar bekanntgegeben hatte, haben die in Venezuela als »Volksmacht« bezeichneten organisierten Gemeinden seit dem Start des Wohnungsprogramms bei 70 Prozent der Bauprojekte aktiv mitgewirkt.

Villarroel hatte Ende 2019 bekanntgegeben, dass mehr als 72 Prozent der Bewohner von Sozialwohnungen bereits im Besitz eines Eigentumstitels seien. Das Recht auf eine angemessene Unterkunft hat in Venezuela seit 1999 Verfassungsrang. In diesem Jahr trat Hugo Chávez sein Amt als Präsident an und läutete den als »Bolivarische Revolution« bekannten politischen und sozialen Transformationsprozess ein. Darin spielt das Thema Wohnungspolitik eine zentrale Rolle. 2005 wurde das Ministerium für Wohnen geschaffen.

Bei einer Veranstaltung zur Vergabe staatlicher Baukredite erklärte Chávez 2005, in der Geschichte Venezuelas sei »das einfache Volk der Architekt« gewesen. Oft unter schwierigsten Bedingungen habe es seine Unterkünfte selbst errichten müssen. Eine auch noch heute vielzitierte Aussage. Nach Angaben der UNO, die von der damaligen Regierung bestätigt worden waren, fehlten im Jahr 2008 fast drei Millionen Wohnungen; etwa 13 Millionen Menschen hatten entweder keinen oder zuwenig bzw. Wohnraum in schlechtem Zustand. Etwa 800.000 »Ranchos«, also von der Bevölkerung selbst gebaute Häuschen in prekärem Zustand, mussten ersetzt oder renoviert werden. Eine weitere Million Unterkünfte befand sich in von Naturkatastrophen gefährdeten Gebieten.

Im Jahr 2009 startete die »Gran Misión Barrio Nuevo, Barrio Tricolor« (Große Mission neues, dreifarbiges Viertel). Ziel war es zunächst, sehr baufällige oder stark gefährdete Unterkünfte zu renovieren und sicherer zu machen. Nach Regierungsangaben ist das mittlerweile bei 1.498.355 Wohneinheiten gelungen. Und auch die 2011 ins Leben gerufene »Große Wohnungsmission Venezuelas« ist mit den mehr als 3,5 Millionen gebauten Wohnungen keineswegs am Ende. Vielmehr betonten sowohl Villaroel als auch Maduro, bis 2025 sollten insgesamt fünf Millionen Einheiten gebaut sein.

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