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Aus: Ausgabe vom 01.03.2021, Seite 3 / Schwerpunkt
Nationale Volksarmee

Dokumentiert. Erklärung von »Soldaten für den Frieden« zum NVA-Gründungstag

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Parade der NVA anlässlich des 40. Jahrestages der Gründung der DDR am 7. Oktober 1989

Das Präsidium des 2008 gegründeten Traditionsverbandes Nationale Volksarmee e. V. veröffentlichte zum Jahrestag der NVA-Gründung eine Erklärung:

Noch 65 Jahre nach ihrer Gründung und über 30 Jahre nach ihrer faktischen Zerschlagung ist die Nationale Volksarmee für manche Medienvertreter, berufsmäßige »Aufarbeiter« der DDR-Geschichte und feindbildfixierte Politiker ein unverzichtbares Hassobjekt.

Die Angriffe auf die NVA und ihre ehemaligen Soldaten sowie die Angehörigen der anderen bewaffneten Organe des untergegangenen Staates sind ein immer wieder gern genutztes Mittel zur Diskreditierung der DDR. (…) Positive Erinnerungen an die DDR sollen ausgelöscht und individuelle Biographien entwertet werden. »Gestattet ist der Blick zurück im Zorn, allein der ...«, wie es die ostdeutsche Journalistin Jutta Voigt 1993 ausdrückte.

Die Bemühungen zur Erzeugung eines politisch erwünschten DDR-Bildes dauern mittlerweile seit 30 Jahren an. In dem Maße, wie die an neoliberalen Glaubenslehren orientierte bundesdeutsche Wirtschaftspolitik verheerende sozialpolitische Kollateralschäden produzierte, nahmen die Aktivitäten der etablierten Aufarbeitungsindustrie zur Delegitimierung der DDR und ihrer Streitkräfte zu. Wenn man schon die Existenz dieser Armee nicht vergessen machen kann, so soll sie doch in erster Linie als Streitmacht eines »Unrechtsstaates«, als machtpolitische Stütze der »SED-Diktatur« wahrgenommen werden.

Dabei wird der historische Kontext des Kalten Krieges gerne ausgeblendet. Als in der Sowjetischen Besatzungszone im Herbst 1948 auf Weisung der sowjetischen Militäradministration mit dem Aufbau kasernierter Polizeieinheiten begonnen wurde, der im April 1952 in die offizielle Gründung der Kasernierten Volkspolizei (KVP) als Vorläufer der Nationalen Volksarmee mündete, waren in Westdeutschland ehemalige Offiziere der Wehrmacht bereits seit einiger Zeit damit beschäftigt gewesen, Pläne und Strukturen für die Aufstellung von Streitkräften zu entwickeln.

Die Militärhistoriker Keßelring und Loch beschreiben den verdeckt betriebenen Prozess der Remilitarisierung in Westdeutschland im Detail: »(…) Bereits vor Gründung des dem Bundeskanzler direkt unterstehenden Amtes Blank (Herbst 1950) als Vorläufer des Bundesministeriums für Verteidigung bestand im organisatorischen Rahmen der amerikanisch geführten deutschen militärgeheimdienstlichen Organisation Gehlen ein als Schatten-Generalstab ... zu bezeichnendes Netzwerk. Dieses wurde gezielt mit amerikanischer Förderung ab 1947 mit Hilfe aus amerikanischer Gefangenschaft entlassener Generalstabsoffiziere (der Naziwehrmacht, jW) ausgebaut und bildete sukzessive die Fähigkeiten und das Personal der zentralen Generalstabsabteilungen für Operation, Organisation und militärisches Nachrichtenwesen ab.«

Endpunkt dieser verdeckten Vorbereitungen auf die militärische Revision der Ergebnisse des Krieges war 1955 die offizielle Gründung der Bundeswehr. Anfang 1956 zog die DDR mit der Gründung der Nationalen Volksarmee (NVA) nach. Es war die angemessene militärpolitische Reaktion auf die Remilitarisierung und die Integration der Bundesrepublik in die NATO.

(…) Die Soldaten dieser Armee haben ihren schweren Dienst mit Anstand verrichtet. Das wurde im Herbst des Jahres 1989 auch von vielen Bürgerrechtlern anerkannt – allerdings mag sich mancher der damaligen Akteure heute nicht mehr daran erinnern. Und kaum jemand erinnert sich heute daran, dass im Frühjahr 1990 drei Viertel der Noch-DDR-Bürger meinten, dass NATO und Warschauer Pakt abrüsten und schließlich vollständig aufgelöst werden sollten. 30 Jahre später operieren Soldaten der NATO im Baltikum und in der Ukraine. Und deutsche Generäle betreiben die Konditionierung der Bundeswehr für einen möglichen Krieg in Osteuropa.

Als ehemalige Soldaten der NVA haben wir die Pflicht, vor den Risiken einer militärischen Konfrontation mit Russland zu warnen. (…) Das ist heute unsere Aufgabe als »Soldaten für den Frieden«. (…)

www.traditionsverband-nva.de

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