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Versuchte Tarifflucht von SPD-Druckerei

Berlin. Die Druckerei J. D. Küster Nachf. + Presse-Druck (k+p) Bielefeld sollte bis Ende März schließen. Der Betrieb ist eine 100prozentige Tochter der Neuen Westfälischen (NW), die wiederum vollständig dem SPD-Wirtschaftsunternehmen DDVG (Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft) gehört, wie die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) auf ihrem Onlineportal in einem Beitrag am Sonntag berichtete.

Der Chef begründete dies damit, dass die Auflagen gedruckter Zeitungen unaufhörlich sinken. Damit verliere ein eigenes Druckhaus »perspektivisch« seine Wirtschaftlichkeit. Verschwiegen habe der Geschäftsführer allerdings, so der Verdi-Beitrag, dass es hier um einen weiteren Fall von Tarifflucht geht. Bereits nach der Schließung der tarifgebundenen Druckerei der Madsack-Gruppe in Hannover – wo die SPD zu fast einem Viertel beteiligt ist – erhielt eine Druckerei ohne Tarifbindung die Druckaufträge, und das ist jene in Rodenberg, zu der jetzt auch die NW wechseln soll.

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Inzwischen habe es allerdings ein Gespräch zwischen Geschäftsführung, Betriebsrat und Verdi über einen Interessenausgleich und Sozialplan gegeben. Erstes Ergebnis: Die Schließung zum 31. März ist vom Tisch. Vor Ende Mai werden keine Fakten geschaffen. Aber gerettet ist der Betrieb offenbar nicht. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 28.01.2021, Seite 15, Medien

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