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Aus: Ausgabe vom 02.12.2020, Seite 15 / Antifa
Rechte Antwort auf Antifa

Reaktionäres Feindbild

Herbstausgabe der Zeitung Lotta zur Aktualität des »Anti-Antifaschismus«
Von Markus Bernhardt
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Schwarz-rotes Tuch: Engagierte Antifaschisten sollen auch in bürgerlichen Kreisen diskreditiert werden

In der vorliegenden Herbstausgabe der »Antifaschistischen Zeitung aus NRW, Rheinland-Pfalz und Hessen« kommen die Redaktionsmitglieder der Lotta zu dem Schluss, dass »die Inszenierung einer gewalttätigen Antifa« weiter zuzunehmen scheine, je mehr der rechte Terror öffentliche Aufmerksamkeit erhält. Britta Kremers warnt in ihrer Einleitung zum Heft, dass das Kalkül hinter »Anti-Antifakonzepten« militanter Neonazis bis hin zu Angriffen auf »den Antifaschismus« durch rechte Medien wie die Wochenzeitung Junge Freiheit oder durch die AfD darin bestehe, »Antifaschismus gesellschaftlich zu isolieren«. Pia Gomez und Lina Hentschke werfen in ihrem Beitrag mit dem Titel »›Extremisten‹ und ›Terroristen‹?« einen Blick auf Aktualität und unterschiedliche Ausprägungen des »Feindbildes Antifa«. Wenn es gelänge, Nazigegner öffentlich als »linksextrem und kriminell abzustempeln«, dann sei es demnach einfach, auch diejenigen mit ähnlichen Zielen und Inhalten zu diskreditieren.

Alex Wißmann schreibt über die Entstehung und Kontinuität des »Anti-Antifaschismus« der militanten Neonaziszene seit den 1990er Jahren. So erinnert Wißmann an 1992 aufgetauchte Aufrufe der Rechten, politische Gegner gezielt auszuspionieren und persönliche Daten zusammenzutragen. Anhaltende Bestrebungen der Fraktionen der AfD im Bundestag und den verschiedenen Landtagen, ein Verbot »der Antifa« zu befördern, beleuchtet Mark Breuer. Er setzt sich dabei mit der Strategie der Partei auseinander.

Mit den Ursachen für das Vorgehen der Polizei gegen Antifaschistinnen und Antifaschisten befasst sich Johannes von Meppiun und stellt dar, wie sich das Feindbild Antifa in dieser Institution auswirkt. Der Beitrag der renommierten Journalistin Andrea Röpke rundet das Schwerpunktthema ab. Darin berichtet sie von körperlichen Angriffen, Morddrohungen und Abmahnwellen durch Neonazis gegen Pressevertreter.

Weitere Beiträge der Ausgabe widmen sich dem Abschneiden der AfD bei den Kommunalwahlen in NRW, verschwörungsgläubigen »Coronaskeptikern« und der hessischen »Querdenken«-Bewegung. Der Jurist Marcel Keienborg erläutert die Forderung nach einem Bleiberecht für Opfer rechter Gewalt, die vor allem von der Partei Die Linke erhoben wird. Keienborg hatte im Juni als entsprechender Sachverständiger für die Linksfraktion an einer Anhörung des Bundestagsinnenausschusses teilgenommen und schildert in seinem Beitrag seine dortigen Erfahrungen.

Lotta, Nr. 80 (Herbst 2020): »Feindbild Antifa«, 68 Seiten. Einzelheft: 3,50 Euro zzgl. Porto. Bezug: Lotta, Am Förderturm 27, 46049 Oberhausen, www.lotta-magazin.de

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