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Aus: Ausgabe vom 28.11.2020, Seite 15 / Geschichte

Anno ... 49. Woche

1795, 30. November: In Paris veröffentlicht der Revolutionär François Noël Babeuf, genannt Gracchus Babeuf, in seiner Zeitschrift Tribun du peuple das »Manifest der Plebejer«. Mit seinen Forderungen nach Abschaffung des Privateigentums und Gründung einer Güter- und Arbeitsgemeinschaft wird Babeuf zu einem Begründer des Frühsozialismus.

1920, 4. Dezember: In Berlin halten die KPD und die USPD ihren Vereinigungsparteitag ab. Mit der neuen, von Paul Levi angeführten Vereinigten Kommunistischen Partei Deutschlands (VKPD, später nur noch KPD) entsteht erstmals eine kommunistische Massenpartei in Deutschland. Ein kleiner Teil der USPD besteht noch als Splitterpartei fort.

1930, 4. Dezember: In Berlin findet der deutsche Kinostart der US-amerikanischen Verfilmung des Romans »Im Westen nichts Neues« von Erich Maria Remarque statt. Der Klassiker der Antikriegsliteratur sorgt für einen politischen Skandal, obwohl er bereits in einer entschärften Fassung erscheint. Die Nazis versuchen, die Vorführungen zu sabotieren. Aus »Sicherheitsgründen« wird dem Film am 11. Dezember die Zensurfreigabe von der Obersten Filmprüfstelle wieder entzogen.

1955, 1. Dezember: In Montgomery (Alabama) wird Rosa Parks festgenommen, nachdem die Bürgerrechtlerin sich geweigert hatte, ihren Sitzplatz in einem Bus für einen weißen Mitfahrer freizumachen. Daraus entsteht die Bewegung des »Montgomery Bus Boycotts«, mit dem die schwarze Bevölkerung in den USA zivilen Ungehorsam als Protest gegen die Rassentrennung einsetzt. Am 13.11.1956 bestätigt der Oberste Gerichtshof, dass u. a. die Rassentrennung an Schulen verfassungswidrig ist.

1990, 1. Dezember: Unter dem Ärmelkanal erfolgt beim Bau des »Eurotunnels« der Durchbruch, die beiden Tunnelarbeiter Philippe Cozette und Graham Fagg geben sich durch die Lücke hindurch die Hände und tauschen ihre Nationalflaggen aus. Der Tunnel, der erstmals die britische Insel mit dem europäischen Festland verbindet, wird am 6. Mai 1994 eröffnet.

1995, 1. Dezember: Die Kultusministerkonferenz der BRD billigt die Rechtschreibreform. Mit den umstrittenen Änderungen sollen u. a. Schreib- und Kommaregeln vereinfacht und Fremdwörter eingedeutscht werden. Die Reform wird zum 1. August 1998 eingeführt, es folgt eine chaotische, bis 2005 dauernde Übergangszeit. Zahlreiche Schriftsteller, Wissenschaftler, Verlage und Zeitungen protestieren gegen die neuen Regelungen.

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