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Aus: Ausgabe vom 23.11.2020, Seite 16 / Sport
Ski alpin

»Das ist kein Fairplay«

Quarantänemaßnahme gegen schwedisches Damenteam sorgt im alpinen Skiweltcup für Ärger
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Musste mit der Mannschaft in die Isolation, weil ihr Trainer positiv getestet worden war: Slalomläuferin Anna Swenn-Larsson

Eine sehr harte Coronamaßnahme in Finnland und drei positive Fälle im Schweizer Team haben am zweiten Rennwochenende des alpinen Skiweltcups für Aufsehen und Ärger gesorgt. Der Ausschluss der gesamten schwedischen Damenmannschaft von den zwei Slalomrennen in Levi stieß auf heftige Kritik. Sie fühle sich »total leer«, so Mitfavoritin Anna Swenn-Larsson bei Instagram. Sie musste mit der Mannschaft der Skandinavierinnen in die Isolation, weil ihr Trainer positiv getestet wurde. »Das ist kein Fairplay«, schrieb sie.

Für Unverständnis sorgte, dass auch etliche negative Tests bei den Athletinnen kurz vor dem Rennen nichts an den Maßnahmen änderten. »Das ist natürlich schon heftig«, kommentierte der frühere Rennfahrer Felix Neureuther in der ARD. Auch aktive Sportler wie die italienische Weltcupgesamtsiegerin Federica Brignone und Frankreichs Topfahrer Alexis Pinturault monierten die Kollektivstrafe. »Wofür werden wir denn alle getestet?« fragte Brignone. »Warum darf im Fußball, wo es physischen Kontakt zwischen den Spielern gibt, weitergespielt werden, auch wenn es einige positive Fälle gibt? Bitte gebt uns klare und gleiche Regeln.« Pinturault forderte, dass die Abläufe in solchen Coronasituationen überprüft werden. Die Sportler verlangen Antworten vom Weltverband FIS – allerdings war der in Levi nicht für den Ausschluss der Schwedinnen verantwortlich, sondern es waren die finnischen und schwedischen Gesundheitsbehörden.

Dass sich solche Szenarien in diesem Winter wiederholen, ist für Pinturault unvermeidlich und wirft Fragen nach der Chancengleichheit auf. Swenn-Larsson etwa werden die Punkte aus den beiden Slaloms von Levi im Kampf um die Weltcupwertung und gute Startnummern fehlen. Unterdessen wurden drei positive Befunde bei den Männern bekannt. Die Schweizer Loic Meillard, Marco Odermatt und Justin Murisier haben sich mit den Coronavirus infiziert und werden in der Quarantäne mindestens den Parallel-Slalom von Lech/Zürs am Freitag verpassen. Nach Angaben des Schweizer Verbandes haben die drei Athleten »leichte bis gar keine Erkältungssymptome«. Die anderen Rennfahrer im Team der Eidgenossen wurden negativ getestet. (dpa/jW)

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