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Sorge um medizinische Behandlung

Kabul. Das afghanische Gesundheitsministerium zeigt sich besorgt über die Zugangsmöglichkeiten erkrankter Frauen zu medizinischer Versorgung. Diese machten nur ein Drittel der bestätigten Coronainfektionsfälle aus, sagt eine Sprecherin laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters vom Dienstag. Die Behörden versuchten, Maßnahmen zu ergreifen: »Wir haben mehr Mitarbeiterinnen eingestellt und getrennte Stationen für Frauen in den Krankenhäusern eingerichtet«. Der Rote Halbmond warnte angesichts des angeschlagenen Gesundheitssystems vor einer Katastrophe in Afghanistan. Dort sind nach Regierungsangaben bislang 37.470 Infektionen mit dem Coronavirus und 1.062 Todesfälle verzeichnet. Die medizinische Versorgung von Frauen ist wegen rigider islamischer Moralvorschriften vielfach an die Verfügbarkeit von weiblichem Krankenhauspersonal gebunden, da viele Männer ihre Ehefrauen, Töchter oder Schwestern nicht von Männern untersuchen lassen wollen. (Reuters/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 17.07.2020, Seite 15, Feminismus

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