Zum Inhalt der Seite

Kolonialverbrechen: Frauen verklagen Belgien

Brüssel. Fünf im damaligen Belgisch-Kongo geborene Frauen haben Belgien verklagt, weil sie als Kinder ihren Müttern weggenommen wurden. Laut Anklageschrift, die der Nachrichtenagentur AFP Ende vergangener Woche vorlag, werfen die heute 70- bis 74jährigen Frauen dem belgischen Staat »Verbrechen gegen die Menschheit« vor. Als Kinder schwarzer Mütter und weißer Väter waren sie von den Kolonialbehörden als Kleinkinder in katholischen Einrichtungen untergebracht worden. »Das waren Kindesentführungen, die vom belgischen Staat organisiert und mit Hilfe der Kirche durchgeführt wurden«, kritisieren die Klägerinnen diese damals in Belgisch-Kongo gängige Praxis. (AFP/jW)

junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 03.07.2020, Seite 15, Feminismus

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!