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Protestaktionen gegen Femizide

Hamburg/Alsfeld. Die Bewegung kurdischer Frauen in Europa (TJK-E) ruft anlässlich zweier Verbrechen, die Anfang Mai in Deutschland begangen wurden, zum verstärkten Kampf gegen patriarchale Gewalt und Femizide auf. In mehreren deutschen Städten trugen deshalb am Montag und am Dienstag Aktivistinnen ihren Protest auf die Straße, laut Berichten der kurdischen Nachrichtenagentur ANF in Hamburg, Stuttgart, Köln, Frankfurt am Main, Duisburg und Düsseldorf. Am 1. Mai waren in Hamburg eine Frau aus der kurdischen Community und ihre zwei Kinder lebensgefährlich verletzt worden. Einziger Tatverdächtiger ist nach ersten Ermittlungen der Ehemann der 40jährigen, die beiden leben getrennt. Meryem S. wurde laut Polizeibericht vom 1. Mai mit mehreren Stich- und Schnittverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Ihr zehnjähriger Sohn war laut einem ANF-Bericht von seinem Vater mit Benzin übergossen und angezündet worden. Die Polizei sprach von einem »Wohnungsbrand, in dessen Verlauf der Tatverdächtige und dessen ebenfalls in der Wohnung befindliche zehnjährige Sohn schwerste Brandverletzungen erlitten«. Nur einen Tag später wurde die aus dem syrisch-kurdischen Selbstverwaltungsgebiet Rojava stammende Sadiya A. im hessischen Alsfeld ermordet – auch in diesem Fall wurde gegen den Ehemann Haftbefehl erlassen. »Ihm wird vorgeworfen, seine 36jährige, getrennt von ihm lebende Ehefrau mit einem Gipserbeil getötet zu haben, weil sie sich weigerte, die Ehe mit ihm fortzuführen«, heißt es in der Polizeimeldung. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 08.05.2020, Seite 15, Feminismus

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