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Aus: Ausgabe vom 28.02.2020, Seite 1 / Ausland
Krieg in Syrien

Putin hat andere Pläne

Moskau: Von Erdogan vorgeschlagener Vierergipfel zu Situation in Syrien nicht notwendig
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Türkische Truppen in Hasano der Nähe von Idlib (11.2.2020)

Moskau sieht keine Notwendigkeit für den vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan für den kommenden Donnerstag vorgeschlagenen Vierergipfel zur Lage in der syrischen Provinz Idlib. »Das ist im Zeitplan von Präsident Wladimir Putin bislang nicht vorgesehen«, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag. An dem Tag habe Putin andere Pläne. Es gebe aber andere Formate, bei denen Russland auf Expertenebene mit der Türkei über die Lage in Nordsyrien spreche.

Erdogan hatte einen Gipfel mit Russland, Deutschland und Frankreich für die nächste Woche angekündigt. Er wolle dort mit Putin, Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron über die Lage in Idlib reden.

Das Außenministerium in Moskau wies darauf hin, dass ein derartiger Vierergipfel nicht nötig sei. »Wenn wir über bilaterale Probleme sprechen, sollten sie in einem bilateralen Format gelöst werden«, sagte Sprecherin Maria Sacharowa und betonte, dass Gespräche dazu bereits liefen.

Aus russischen Militärkreisen wurden am Donnerstag zudem türkische Medienberichte zurückgewiesen, laut denen die syrische Stadt Sarakeb in der Provinz Idlib von Einheiten der »gemäßigten Opposition« erobert worden sei. »Die Angriffe der Militanten auf die Stadt Sarakeb wurden erfolgreich von den syrischen Regierungstruppen abgewehrt. Die Stadt ist vollständig unter der Kontrolle der syrischen Regierung«, zitierte die russische Nachrichtenagentur TASS die Militärs.

Die syrischen Regierungstruppen hatten Sarakeb und die zentrale Verkehrsachse zwischen Damaskus und Aleppo Anfang Februar wieder eingenommen. Erdogan forderte daraufhin einen Rückzug und drohte mit einem Militäreinsatz, sollte dies nicht bis Ende Februar geschehen. Die Türkei unterstützt in der Region Idlib dschihadistische Kampfverbände und hat dort mehrere Beobachtungsposten.

Laut dem Verteidigungsministerium in Ankara wurden in der Region bei einem Luftangriff zwei türkische Soldaten getötet. Erdogan sprach am Donnerstag von drei getöteten Soldaten in Idlib. (dpa/jW)

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