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Aus: Ausgabe vom 24.01.2020, Seite 2 / Ausland
Coronavirus

China sagt Neujahrsfeiern ab

Kampf gegen Coronavirus: Städte unter Quarantäne. Weitere Todesopfer gemeldet
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Zum traditionellen Neujahrsfest reisen Millionen Chinesen zu ihren Verwandten. Nun wurden wegen des Coronavirus mehrere Feiern abgesagt

Im Kampf gegen das neuartige Coronavirus hat die Volksrepublik China die Metropole Wuhan, die als Ausgangspunkt der Lungeninfektion gilt, von der Außenwelt abgeschottet. Die Verwaltung der Stadt gab am Donnerstag bekannt, den kompletten öffentlichen Nah- und Fernverkehr vorübergehend einzustellen. Das chinesische Verkehrsministerium unterbrach Bus- und Fährverbindungen, auch Flüge wurden ausgesetzt. Die Regierung forderte die Bürger auf, die Stadt nicht zu verlassen. Laut der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua sind am Donnerstag Hunderte Flüge von und nach Wuhan gestrichen worden. Die zivile Luftfahrtverwaltung Chinas teilte mit, dass von 566 gelisteten Flügen insgesamt 288 betroffen waren.

Neben Wuhan soll in vier weiteren Städten der Verkehr unterbrochen werden, Einwohner sollen Huanggang, Ezhou, Chibi und Xiantao nicht verlassen. An dem neuen Virus sind nach Angaben der chinesischen Gesundheitsbehörden mittlerweile 17 Menschen gestorben und fast 600 erkrankt. Die Todesfälle konzentrieren sich dabei auf die Provinz Hubei, in der alle fünf abgeriegelten Städte liegen. Die Toten sollen zwischen 48 und 98 Jahren alt gewesen sein.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wollte am Donnerstag ihr am Vortag begonnenes Krisentreffen fortsetzen, um zu entscheiden, ob der Ausbruch einen internationalen Gesundheitsnotstand darstellt. Damit verbinden sich schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung einer Krankheit. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus lobte die Abschottung der Elf-Millionen-Metropole Wuhan als eine »sehr, sehr starke Maßnahme«. Dies zeige die Bereitschaft der chinesischen Behörden, die Risiken für das In- und Ausland zu minimieren.

Krankheitsfälle wurden bereits aus Städten wie Beijing und Shanghai gemeldet, zudem sind weitere Länder wie Thailand, Südkorea, Japan und Taiwan bis hin zu den USA betroffen. Am Donnerstag bestätigte die chinesische Sonderverwaltungszone Hongkong zwei Erkrankte in der Stadt. Auch Vietnam hat nach Angaben von Xinhua am selben Tag zwei Infektionen infolge der Virusinfektion gemeldet.

Der Kaiserpalast in Beijing ist von Samstag an für Besucher geschlossen. Manche Feierlichkeiten zum am Wochenende anstehenden chinesischen Neujahrsfest wurden ebenfalls abgesagt, um größere Menschenansammlungen zu vermeiden. (Xinhua/Reuters/dpa/jW)

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