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13.12.2019, 19:33:14 / Ausland

UN-Bericht: Zahlreiche Menschenrechtsverletzungen in Chile

Versuch der Kommunikation mit der Aufstandspolizei: Studentendem
Versuch der Kommunikation mit der Aufstandspolizei: Studentendemonstration in Santiago de Chile am Montag

Genf. Die chilenischen Sicherheitskräfte haben nach Einschätzung der UN-Hochkommissariats für Menschenrechte bei der Protestwelle seit Mitte Oktober friedliche Demonstranten ungerechtfertigt verletzt, gefoltert, vergewaltigt, misshandelt und getötet. »Es gibt gute Gründe anzunehmen, dass seit dem 18. Oktober zahlreiche Menschenrechtsverletzungen begangen wurden«, heißt es in einem am Freitag in Genf veröffentlichten Bericht des Hochkommissariats. Er stützt sich unter anderem auf fast 300 Interviews mit Opfern und Polizisten.

Demnach seien Polizisten und Militärs direkt verantwortlich für die Tötung von mindestens vier Menschen. Insgesamt wurden 26 Todesopfer während der Massenproteste, die sich gegen die Regierung von Präsident Sebastián Piñera richten, verzeichnet. Über 50 der mehr als 4.000 Verletzten erlitten Schusswunden, 1.554 wurden von Pellet-Munition getroffen. Rund 350 Menschen erlitten Augenverletzungen, was nach Angaben des UN-Berichts auf einen unangebrachten Gebrauch von Gummigeschossen und Tränengaswerfern hinweise. Von den über 28.000 Festnahmen seien ebenfalls viele ungerechtfertigt gewesen, hieß es. Viele Menschen seien festgenommen worden, die nur ihr Demonstrationsrecht ausgeübt oder sich in der Umgebung befunden hätten. (dpa/jW)

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