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Aus: Ausgabe vom 18.11.2019, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Wie im echten Leben

Spiel ohne Grenzen – Fußball im Wendejahr 1989 | Sa., 19.25, ARD
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Matthias Sammer im Trikot von Dynamo Dresden (Bischofswerda, 19.8.1989)

Millionengehälter, ständige Trainerentlassungen, Pay-TV und Werbeoffensiven zeigen, dass der Fußball im Turbokapitalismus angekommen ist. Schon beim Ausverkauf der DDR nach 1989 blieb der Sport von der politischen Großwetterlage nicht verschont, wie die ARD-Doku »Spiel ohne Grenzen – Fußball im Wendejahr 1989« einmal mehr zeigte. Die Mauer fiel, Manager und Berater kamen, sahen und kauften. Sammer, Kirsten, Thom, Doll und wie sie alle hießen. Die Westvereine kauften sich dumm und dusselig, die Ostklubs versanken schnell in der Dritt- oder Viertklassigkeit. Heute spielt genau ein früherer DDR-Klub in der ersten Bundesliga. In der zweiten Liga sind es zwei, in der dritthöchsten Spielklasse sechs. Dort bringt es der letzte DDR-Meister (Hansa Rostock) auf einen Zuschauerschnitt, von dem manch westdeutscher Zweitligist (Sandhausen, Wiesbaden, Fürth) nur träumen kann. Um die Angleichung der Verhältnisse ist es 30 Jahre nach der Grenzöffnung im Fußball genauso bestellt wie im echten Leben. (sst)

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