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23.10.2019, 19:33:31 / Ausland

Trump beansprucht Waffenrufe im Norden Syriens für sich

Best friends, closest enemies? Wer weiß das schon im Trump-Zeita
Best friends, closest enemies? Wer weiß das schon im Trump-Zeitalter?

Washington. Die Türkei hat nach Angaben von US-Präsident Donald Trump eine dauerhafte Waffenruhe in Nordsyrien verkündet. Trump sagte am Mittwoch im Weißen Haus, die türkische Regierung habe seine Regierung darüber informiert, dass sie den derzeit zeitlich begrenzten Waffenstillstand »dauerhaft« machen werde. Die türkischen Streitkräfte würden ihre Offensive in Nordsyrien stoppen. Trump kündigte zudem an, dass die vergangene Woche wegen der Offensive gegen die Türkei verhängten US-Sanktionen wieder aufgehoben würden. Falls die Türkei ihren Verpflichtungen allerdings nicht nachkommen werde, könnten die Sanktionen wieder eingeführt und deutlich verschärft werden.

Die US-Regierung hatte der am 9. Oktober begonnenen türkischen Offensive durch den Abzug von US-Truppen aus Nordsyrien den Weg bereitet. Die Operation der Türkei richtet sich gegen die Kurdenmiliz YPG, die ein Verbündeter der US Streitkräfte im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) war. Trump sagte am Mittwoch: »Lasst jemand anderen um diesen seit langem blutgetränkten Sand kämpfen.« Er nahm für die USA in Anspruch, nun den »Durchbruch für eine bessere Zukunft für Syrien und den Nahen Osten« erzielt zu haben. »Das ist ein Ergebnis, das von uns, den Vereinigten Staaten, und von keiner anderen Nation erzielt wurde.« Der US-Präsident ergänzte, die Ölfelder im Osten Syriens seien durch die USA gesichert worden. »Und deshalb wird eine kleine Anzahl von US-Truppen in den Gegenden bleiben, wo sie das Öl haben. Und wir werden es beschützen und wir werden entscheiden, was wir damit in Zukunft machen werden.«

Die russisch-türkische Vereinbarung vom Dienstagabend läuft ebenfalls auf einen Stopp der Kämpfe im Grenzgebiet heraus. Die USA spielen bei dieser Vereinbarung allerdings keine Rolle mehr. Putin unterstützt den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, er unterhält aber auch gute Beziehungen zu Erdogan. Putin und Erdogan vereinbarten zudem, dass nach dem Abzug der YPG gemeinsame Patrouillen in einem zehn Kilometer tiefen Grenzstreifen beginnen sollen. In dem Gebiet zwischen den Städten Tall Abjad und Ras al-Ain soll der »Status quo« erhalten bleiben. Dort war die Türkei einmarschiert. Die Türkei sieht in der YPG den syrischen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK. Die PKK steht in der Türkei, aber auch in der EU und in den USA auf der Liste der Terrororganisationen. (dpa/jW)

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