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17.10.2019
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Vorwurf: Malta versagt bei Mordaufklärung
Valletta. Zum zweiten Jahrestag des Mordes an der maltesischen Journalistin Daphne Caruana Galizia wirft die Organisation »Reporter ohne Grenzen« (RoG) Regierung und Behörden des EU-Landes skandalöse Verfehlungen vor. Es sei schockierend, dass bis heute niemand für die Tat zur Rechenschaft gezogen worden sei, erklärte Geschäftsführer Christian Mihr am Dienstag zur Vorstellung eines Berichts über den Fall in Valletta. Zudem attestiert der Verband dem Staat den Verfall der Pressefreiheit und die Demütigung der Hinterbliebenen.
Die Bloggerin war am 16. Oktober 2017 in ihrem Auto mit einer Sprengladung ermordet worden. Drei Männer müssen sich deswegen vor Gericht verantworten. Viele Fragen zu den Auftraggebern sind noch offen. Caruana Galizia hatte unter anderem zu Korruption bei Regierung und Geschäftsmännern recherchiert. Kritisiert von RoG wurden auch posthume Verleumdungsklagen gegen die getötete Journalistin. »Es ist ein Skandal, dass unmittelbar vor dem zweiten Jahrestag der Ermordung (…) Gerichtstermine stattfinden, die ihre Hinterbliebenen unter Druck setzen und schikanieren«, sagte Mihr laut Mitteilung. Premierminister Joseph Muscat und andere Regierungsvertreter sollten ihre Klagen fallenlassen und »sich statt dessen darauf konzentrieren, die Mordermittlungen (...) zu unterstützen«. (dpa/jW)
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