Zum Inhalt der Seite
Wissenschaft

Wolf-Dieter Narr ist tot

Einer der wichtigsten kritischen Sozialwissenschaftler der BRD ist tot. Der Politikwissenschaftler Wolf-Dieter Narr starb am Sonnabend im Alter von 82 Jahren in Berlin. Das teilte das Komitee für Grundrechte und Demokratie, zu dessen Mitbegründern er zählte, am Montag mit. Narr lehrte von 1971 bis 2002 als Professor für empirische Theorie der Politik am Otto-Suhr-Institut (OSI) der Freien Universität Berlin und prägte Generationen linker Studenten. Als kritischer Intellektueller engagierte er sich schon früh gegen die Atomrüstung, beteiligte sich 1968 an der Bundesassistentenkonferenz. Bis zu seinem Tod blieb Narr in der außerparlamentarischen Linken aktiv, auf ihn gehen u. a. das dritte Russell-Tribunal zur Einhaltung der Menschenrechte in der Bundesrepublik und die Gründung des Instituts für Bürgerrechte und öffentliche Sicherheit zurück. Wissenschaftlich beschäftigte sich der am 13. März 1937 in Schwenningen geborene Politologe mit der Demokratieforschung, Machttheorien, den Grundlagen der Menschenrechte sowie mit der Globalisierung. Viele seiner Texte sind auf der Homepage wolfdieternarr.de nachzulesen. (jW)

junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 15.10.2019, Seite 11, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!