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09.10.2019, 17:17:48 / Inland

Rechter Anschlag an Jom Kippur

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Halle. Bei einem terroristischen Anschlag sind am Mittwoch im sachsen-anhaltinischen Halle zwei Menschen getötet worden. Mindestens ein Täter versuchte gegen Mittag, sich Zugang zu der Synagoge bzw. zu dem direkt benachbarten jüdischen Friedhof im Paulusviertel zu verschaffen. Die Synagoge war zum Zeitpunkt des Angriffs voll besetzt, aber offenbar nicht polizeilich geschützt. Am Mittwoch feierten Juden weltweit den höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur. 70 bis 80 Personen hielten sich nach Angaben des Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde in Halle, Max Privorotzki, in dem Gotteshaus auf. Neben einer Festnahme soll sich mindestens ein weiterer Täter auf der Flucht befinden.

Wie mehrere Augenzeugen berichteten, sollen der oder die Täter auch in einen Döner-Imbiss hineingeschossen haben, der etwa 600 Meter von der Synagoge entfernt liegt. Dabei wurde nach Angaben eines Polizeisprechers ein Mensch getötet. Die Gegend um das Lokal wurde von der Polizei abgesperrt. Zwei Personen mit Schussverletzungen wurden in das Universitätsklinikum Halle gebracht.

Eine Sprecherin der Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe sagte gegenüber dem Evangelischen Pressedienst, dass es »ausreichend Anhaltspunkte für einen möglichen rechtsextremistischen Hintergrund« des Anschlags in Halle (Saale) gebe. (jW/dpa)

Weitere Berichterstattung folgt.