Schwarzer Kanal
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Aus: Ausgabe vom 27.09.2019, Seite 15 / Feminismus

Kundgebungen zum »Safe Abortion Day«

Hamburg. In zahlreichen Städten weltweit finden am Samstag, dem 28. September, Aktionen zum »Safe Abortion Day« statt. Ziel ist die Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen, die in vielen Ländern illegal und somit zum Teil unter Lebensgefahr für die betroffenen Frauen stattfinden. Selbst in Deutschland gelten sie nach wie vor als rechtswidrig, bleiben aber unter strengen Auflagen straffrei.

Gegen acht Ärztinnen und Ärzte wurden im letzten Jahr beispielsweise in Hamburg Ermittlungen nach Paragraph 219 a im Strafgesetzbuch eingeleitet, weil sie darüber informiert hatten, dass sie Schwangerschaftsabbrüche vornehmen. Das ergab eine aktuelle Anfrage der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft, wie deren frauenpolitische Sprecherin Cansu Özdemir am Donnerstag mitteilte. »Die Reform des Paragraphne 219 a Anfang des Jahres war ein Schlag ins Gesicht für alle Frauen: Rechtssicherheit gibt es weiter nicht«, erklärte Özdemir. Deshalb bleibe ihre Fraktion auch bei der Forderung nach einer Streichung des Paragraphen, der »Werbung« für Schwangerschaftsabbrüche verbieten soll, nach Ansicht der Kritikerinnen aber Informationsrechte einschränkt. So dürfen Ärztinnen und Ärzte zwar seit der Reform darüber informieren, dass sie Abbrüche durchführen, aber nicht über die angewandten Methoden. Zum»Safe Abortion Day« am kommenden Sonnabend rufen daher in Hamburg über vierzig Verbände und Institutionen zu einer Demonstration gegen die Kriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen auf. Beginn ist um 14 Uhr an der Ecke Mönckebergstraße/Lange Mühren.

In Frankfurt am Main richtet das Frauenstreik-Bündnis von 15 bis 18 Uhr ein »Speakers’ Corner« mit offenen Mikrofon an der Hauptwache ein. Unter dem Motto »Schwangerschaftsabbruch raus aus dem Strafgesetzbuch« sind Kundgebungen und Aktionen in insgesamt mehr als 30 Städten angekündigt. Über weitere lokale Termine informiert das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung auf seiner Internetseite. (jW)

www.sexuelle-selbstbestimmung.de

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