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Aus: Ausgabe vom 21.09.2019, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Späte Forderung

Aus Kultur und Sozialwissenschaften | Do., 20.10 Uhr, DLF
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Matteo Salvinis »Clandestini«: Migranten im Hafen von Lampedusa

»Sprache schafft Wirklichkeit« hieß eine Konferenz, die gerade an der Universität Halle stattfand. Thema war, wie in Deutschland und Italien über Migration gesprochen wird. Im Interview des Deutschlandfunks wies die Romanistin Daniela Pietrini, die das Treffen vorbereitet hatte, darauf hin, dass im öffentlichen Diskurs selten Betroffene zu Wort kämen. Meist werde über sie gesprochen. Politiker wie der frühere italienische Innenminister Matteo Salvini von der rechten »Lega« bedienten sich häufig elektronischer Medien. Immer wieder würden Migranten denunziert, etwa wenn ein Gesetzespaket den Namen »Migration und Sicherheit« trage. Ähnlich sei es, wenn Migranten pauschal als »Clandestini« bezeichnet würden. Das unterstelle, dass es sich bei ihnen von vornherein um Menschen handele, die sich verstecken müssten. Daher plädiere Premierminister Giuseppe Conte nun für eine »sanfte Sprache«. Eine harmlose Forderung, die angesichts von Jahren des Rechtsrucks sehr spät kommt. (jt)

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