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Aus: Ausgabe vom 02.09.2019, Seite 2 / Ausland
Venezuela

Sie reden wieder miteinander

Venezuela: Regierung und Opposition erneut im Dialog. Anschläge vereitelt
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Aus Anlass eines internationalen Gewerkschaftertreffens gingen am Sonnabend Tausende Menschen in Caracas gegen den Imperialismus auf die Straße

Nach dem zwischenzeitlichen Abbruch der Gespräche hat Venezuelas Regierung den Dialog mit der Opposition des südamerikanischen Landes wieder aufgenommen. Das teilte Staatschef Nicolás Maduro im Gespräch mit der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua mit. Es habe bereits verschiedene Treffen mit den als Vermittler auftretenden Vertretern der Regierung Norwegens gegeben, ebenso Kontakte mit den Delegierten der Opposition. »In den nächsten Tagen« werde es »gute Nachrichten« über den Dialogprozess geben.

Caracas hatte Anfang August entschieden, die auf der Karibikinsel Barbados durchgeführten Gespräche auszusetzen, nachdem die US-Administration die gegen Venezuela verhängten Sanktionen verschärft hatte. Maduro warf den Abgesandten seiner Gegner in diesem Zusammenhang vor, ihr Wort gebrochen zu haben. Offenbar hatten die Oppositionellen zugesagt, in Washington auf eine Lockerung der Zwangsmaßnahmen zu dringen. Die USA haben nicht nur Unternehmen aus dem eigenen Land, sondern auch solchen aus Drittstaaten Geschäfte mit staatlichen Stellen Venezuelas untersagt. Wer sich dem Verbot nicht beugt, dem droht in den Vereinigten Staaten die Beschlagnahmung von Vermögen. Nach Informationen aus Caracas wird durch die Blockade unter anderem der Import von Lebensmitteln und Medikamenten fast unmöglich gemacht. Als Maßnahme dagegen setze Venezuela auf die Entwicklung der inländischen Produktion, speziell in der Landwirtschaft, dem Bergbau und in der Pharmazie, erklärte Maduro.

Unterdessen haben die Behörden des südamerikanischen Landes offenbar erneut Anschlagspläne vereiteln können. Wie Informationsminister Jorge Rodríguez am Sonnabend (Ortszeit) mitteilte, haben paramilitärische Gruppen am 17. August in Caracas Bomben am Justizpalast sowie am Sitz des Sondereinsatzkräfte FAES plaziert. An beiden Orten seien rechtzeitig mit Sprengstoff gefüllte Taschen entdeckt worden. In der Folge sei am vergangenen Donnerstag ein Kolumbianer festgenommen worden, in dessen Besitz weiterer Sprengstoff entdeckt worden sei.

Rodríguez warf Kolumbien in diesem Zusammenhang vor, die Existenz von drei Camps paramilitärischer Gruppen im Grenzgebiet zu Venezuela zu dulden. Auf dem Staatsgebiet des Nachbarlandes würden aktuell mehr als 200 Personen ausgebildet, um Anschläge in Venezuela zu verüben. (AVN/Xinhua/jW)

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