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Aus: Ausgabe vom 14.08.2019, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Göttliche Kriegstreiber

Tag für Tag | Di., 9.35 Uhr, Deutschlandfunk
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Hartwig von Schubert 2010 im Bundeswehr-Lager Masar-i-Scharif in Afghanistan

Die Kriegstreiber mobilisieren – nicht nur in Politik und Wirtschaft. Auch in der evangelischen Kirche wird versucht, den »bedingungslos pazifistischen« Ruf des Christentums wieder zu korrigieren. Denn eigentlich müsse es dem Protestantismus um »Rechtspazifismus« gehen, eine »Befriedung von Konflikten mit den Mitteln des Rechts«. Dieser Meinung ist Hartwig von Schubert, seines Zeichens evangelischer Theologe und Militärdekan an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. Seiner bellizistischen Rhetorik gab Christian Röther am Dienstag im Deutschlandfunk eine Bühne. Auf seine Haltung zu einem möglichen Bundeswehreinsatz in der Straße von Hormus angesprochen, fabulierte der Autor von »Pflugscharen und Schwerter: Plädoyer für eine realistische Friedensethik« von der Verantwortung eines jeden einzelnen, da wir »alle tief verstrickt in die internationalen Handelsströme« und allgemein »an Ausbeutungsverhältnissen« beteiligt seien. Widerspruch zu seiner Kriegspropaganda: Fehlanzeige. (fres)

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