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Repression gegen Syrer in Istanbul

Parallel zu den Kriegsdrohungen gegen die Demokratische Föderation Nord- und Ostsyrien will die türkische Regierung geflüchtete Syrer aus der Metropole Istanbul ausweisen (jW berichtete). »Wenn sie sagen, dass sie nicht gehen wollen, müssen sie es trotzdem tun. Wir müssen eine Ordnung schaffen«, sagte der türkische Innenminister Süleyman Soylu am Mittwoch. Der Istanbuler Gouverneur hatte Syrern, die nicht in der Metropole gemeldet sind, am Montag eine Frist bis zum 20. August gesetzt, um die Stadt zu verlassen. Ansonsten werden sie demnach in die Provinz gebracht, in der sie gemeldet sind. Soylu wies zudem Gerüchte zurück, wonach die Flüchtlinge nach Syrien abgeschoben würden. »Wir haben nicht die Möglichkeit, Syrer, die unter temporärem Schutz stehen, zurückzuschicken«, sagte er. Sie würden in Lager gebracht.

Die Türkei hat nach offiziellen Angaben seit Beginn der Kriegshandlungen in Syrien 2011 rund 3,6 Millionen Geflüchtete aus dem Nachbarland aufgenommen. Rund 547.000 von ihnen sind nach Angaben des Gouverneursamts in Istanbul registriert. Experten schätzen, dass zusätzlich mehr als 300.000 Syrer in der Wirtschaftsmetropole leben, die in anderen Provinzen registriert sind. Viele arbeiten auf dem Bau, in Restaurants oder betreiben eigene Läden in der Stadt. Soylu sagte weiter, seit dem 12. Juli laufe ein Einsatz gegen Migranten ohne gültige Papiere. Dabei seien 6.122 Menschen gefasst worden. Darunter befänden sich knapp 2.700 Afghanen und mehr als 1.600 Pakistaner. Die Migranten würden in Rückführungszentren außerhalb Istanbuls geschickt und dann in ihre Länder abgeschoben. (AFP/jW)

junge Welt

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Erschienen in der Ausgabe vom 26.07.2019, Seite 3, Schwerpunkt

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