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Aus: Ausgabe vom 20.06.2019, Seite 15 / Medien

Warnstreik bei Nachrichtenagentur dpa

Berlin. Rund 100 Beschäftigte des »Berliner Newsrooms« der Nachrichtenagentur dpa haben am Dienstag vorübergehend die Arbeit niedergelegt. Sie protestieren damit gegen die »Hinhaltetaktik« und »inakzeptablen Angebote der Arbeitgeber« in den laufenden Tarifverhandlungen, wie die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) und der Deutsche Journalistenverband (DJV) am Dienstag bzw. Mittwoch mitteilten.

»Das Spiel auf Zeit der dpa-Geschäftsführung bei den Tarifverhandlungen ist ein Affront gegen die Beschäftigten der Agentur. Etliche Leermonate ohne höhere Vergütungen sind nicht akzeptabel. Dabei ist unsere Forderung nach einem Inflationsausgleich für die Kolleginnen und Kollegen ausgesprochen moderat«, äußerte DJV-Tarifexpertin Gerda Theile.

»Es ist der erste Warnstreik in der langen Geschichte der dpa und er zeigt, wie wütend und entschlossen die Beschäftigten sind, ein Angebot zurückzuweisen, das für viele Reallohnverluste bedeuten würde. Die Beschäftigten fordern zudem entschieden eine weitere Angleichung zwischen Mutter- und Tochterunternehmen. Die Geschäftsführung muss ihre Blockadehaltung endlich aufgeben«, so Cornelia Berger, Bundesgeschäftsführerin der DJU in Verdi.

Verdi und der DJV fordern für die bundesweit rund 800 Beschäftigten (Redakteure und Angestellte der dpa-Mutter sowie der Tochterunternehmen) unter anderem Lohnerhöhungen von jährlich mindestens zwei Prozent, das heißt in Höhe der Inflationsentwicklung. Durch Fixbeträge sollen dabei niedrigere Gehälter überproportional angehoben und auch so die Unterschiede zwischen Mutter- und Tochterunternehmen verringert werden. Ein Streitpunkt mit den Unternehmern ist die Forderung, dass die Tariferhöhungen rückwirkend ab Januar 2019, das heißt zum Zeitpunkt des Ablaufs des gekündigten Tarifvertrags, gelten sollen, um mehrere sogenannte Leermonate zu verhindern. (jW)

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