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Dusan Deak

Tschernobyl wieder ans Netz?

Erlebt die Atomkraft ein Comeback? In Polittalkshows wie »Anne Will« taucht immer wieder mal die Frage nach »glaubwürdigen Alternativen« zur Braunkohle auf. Auch die befristete Wiederbelebung der Atomenergie wird da vorsichtig genannt. Selbst Greta Thunberg outete sich als Fan, bevor sie von ihrem Pressesprecher zurückgepfiffen wurde.

Die Atomkraft kam in den 80ern im Zusammenhang mit cäsiumverstrahlten Pilzen im Bayerischen Wald und in der Gegend von Minsk (Belarus) etwas in Verruf. Auch die Vorstellung, dass eine SS-20, ein Jumbo-Jet oder eine mit Atomsprengköpfen bestückte Pershing 2 die Kuppel eines Akw durchschlagen und einen radioaktiven Fallout verursachen könnte (GAU), rief bei manchem Bürger eine gewisse Skepsis hervor. Ökologischer Fußabdruck und CO2-Bilanz einer Pershing 2 waren dabei das geringere Problem.

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Wird Fukushima nun in Tübingen eins zu eins wieder aufgebaut? Unwahrscheinlich. In Frage kommen eher Neckarsulm, schon wegen der Tradition und noch vorhandenem Know-how, wahlweise auch Brunsbüttel bei Hamburg. Das tschechische Temelin (vom AKW-Typ Tschernobyl) ist ebenfalls im Angebot, genauso das slowakische Bohunice (von Siemens gebaut).

Wann Tschernobyl wieder ans Netz geht (und ob überhaupt), ist wegen der brisanten Lage in der Ostukraine noch ungeklärt.

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Erschienen in der Ausgabe vom 18.06.2019, Seite 10, Feuilleton

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