14.03.2003
Vergangenheit vergiftet
David Albaharis Todesfuge »Götz und Meyer«
Von Jürgen Lentes
Erst im Alter von fünfzig Jahren sucht der Ich-Erzähler des Romans »Götz und Meyer« möglichst viele Lücken in seinem Stammbaum zu schließen. Das ist in seinem Falle naturgemäß nicht ganz einfach, denn er, der Lehrer, ist serbischer Jude. 1940 geboren, haben seine den Genozid überlebenden Eltern über die Vergangenheit und ihre Herkunft geschwiegen, »vermutlich aus der Überzeugung, dieses Schweigen würde uns unsichtbar machen, falls das Böse wieder an unsere Tür klopf...
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