-
16.03.2019
- → Inland
Verfassungsschutz soll Computer ausspionieren
Berlin. Die Verfassungsschutzämter sollen die Erlaubnis zum verdeckten Ausspähen von privaten Computersystemen erhalten. Das von Horst Seehofer (CSU) geführte Bundesinnenministerium hat einen entsprechenden Gesetzesentwurf erarbeitet, wie ein Sprecher am Freitag gegenüber junge Welt bestätigte. Der Entwurf sei »jetzt im Ressortkreis abzustimmen«, weshalb noch keine Auskünfte zum Inhalt erteilt werden könnten, erklärte der Sprecher.
Konkret geht es um die Erlaubnis für »Onlinedurchsuchungen«. Darunter versteht man den verdeckten Zugriff auf IT-Systeme, wo Daten ausgelesen werden. Außerdem soll dem Inlandsgeheimdienst laut Ministerium die Quellentelekommunikationsüberwachung gestattet werden, wie die Deutsche Presseagentur am Freitag berichtete. Diese ermöglicht es, auch verschlüsselte Chats und Sprachnachrichten abzuhören. (dpa/jW)
Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!