-
09.03.2019
- → Feuilleton
Manipulation
EU-Ratspräsident Donald Tusk befürchtet eine Manipulation der EU-Wahl am 23. Mai. Ähnliche Bedenken äußerte zuvor schon der französische Präsident Emmanuel Macron. Am Werk seien »externe antieuropäische Kräfte«, also Leute von außerhalb, die schon für die Wahl von US-Präsident Donald Trump (oder Donald Tusk?), den Brexit und den Ausbruch des Vulkans Krakatau Verantwortung trügen. Also der böse Russe Putin und seine Agentenbüttel Theresa May und Boris Johnson. Wer denn sonst!?
Am meisten fürchtet Tusk, dass der manipulierte Wähler sein Kreuz an der falschen Stelle setzen könnte. Dann müsste eventuell nachgebessert und nachkorrigiert werden. Man könnte aber auch so lange wählen lassen, bis der Wähler, völlig frei von Manipulation, sein Kreuz im gewünschten Kästchen macht.
Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!