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Aus: Ausgabe vom 16.02.2019, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Alltag Repression

Arte-Journal | Arte, Do. 19.20 Uhr
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Protest gegen Netanjahus Entscheidung: Ein palästinensisches Mädchen aus Hebron mit einem internationalen Beobachter in der geteilten und besetzten Stadt (30.1.)

Fast 25 Jahre liefen sie durch die Straßen von Hebron im von Israel besetzten Westjordanland, die Frauen und Männer der internationalen Beobachtermission. Die zwischen den Konfliktparteien ausgehandelte Präsenz wurde notwendig, nachdem 1994 in der Stadt 29 Palästinenser von einem jüdischen Siedler massakriert worden waren. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die Mission nun beendet. In Hebron gibt es einige tausend israelische Siedler, diese werden permanent von Soldaten geschützt und unterwerfen die 200.000 einheimischen Palästinenser einem rigiden Passiersystem von insgesamt 17 Kontrollstellen. Im Beitrag des »Arte-Journals« kommt Mohammed zu Wort, der als Stadtführer arbeitet und demonstriert, zu welchen Schwierigkeiten der weitläufig um das Grab der Patriarchen gezogene Kreis unter israelischer Kontrolle führt. Er bedauere das Ende der Beobachtermission, da durch sie das Leiden der Palästinenser publik gemacht worden sei. Für den Sprecher der jüdischen Gemeinde kehrt dagegen »wieder Ordnung« ein. (si)

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