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Aus: Ausgabe vom 19.01.2019, Seite 3 / Schwerpunkt

Hintergrund: Milliarden für Agrarindustrie

Bereits seit 2011 finden in Berlin anlässlich der Internationalen Grünen Woche große Proteste für eine solidarische, ökologische und kleinbäuerliche Landwirtschaft statt. 2018 nahmen 33.000 Menschen teil. Über 100 Organisationen hatten sich im Vorfeld dem Aufruf des Demobündnisses angeschlossen.

In diesem Jahr laufen die Proteste unter dem Motto »Der Agrarindustrie den Geldhahn zudrehen!« Damit liegt der Fokus auf der Kritik an der EU-Agrarpolitik. »Schluss mit den Steuermilliarden an die Agrarindustrie! Der Umbau zu einer bäuerlichen und ökologischeren Landwirtschaft kann nicht mehr warten«, heißt es im Aufruf.

Dabei richten sich die Forderungen des Bündnisses, dem unter anderem der BUND, Greenpeace, der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und Brot für die Welt angehören, vor allem an die Bundesregierung: »Bei den Verhandlungen in Brüssel muss sich die Bundesregierung an die Seite der Bäuerinnen und Bauern stellen, die Tiere artgerecht halten und insektenfreundliche Landschaften schaffen.«

Ein weiteres wichtiges Anliegen des Protestes ist die Qualität unserer Nahrungsmittel. Essen ist politisch, heißt es: »Immer mehr Bäuerinnen und Bauern ackern ohne Glyphosat, halten ihre Tiere artgerecht und füttern gentechnikfrei. Immer mehr Menschen machen Foodsharing, sind Teil einer Solidarischen Landwirtschaft und entscheiden sich an der Ladentheke für gutes, handwerklich erzeugtes Essen aus der Region.« Appelliert wird also nicht nur an die Politik, sondern auch an die Verbraucher.(sts)

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