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Schaurig

Der Club Atlético Boca Juniors hat in der Nacht zu Montag im wohl epischsten Finale der seit 1960 ausgetragenen Copa Libertadores die schlimmste Niederlage seiner mittlerweile 113jährigen Vereinsgeschichte einstecken müssen. Erzrivale River Plate unter Chefstratege Marcelo »Napoleón« Gallardo (Fußballgott Xavi: »Er lässt einen Fußball spielen, den wir in Barcelona lieben«) sicherte sich den Titel. Warum allerdings soviel Aufhebens um den Angriff auf den Boca-Mannschaftsbus vor dem ursprünglichen Spieltermin gemacht wurde, bleibt unklar, sind derlei Vorkommnisse in Argentinien doch eher der Normalfall als die Ausnahme. Auch die River-Siegesfeier am Obelisken im Zentrum von Buenos Aires endete in einer Straßenschlacht mit der Polizei.

Die »Millonarios« sind nun auch für das Halbfinale der FIFA-Klub-WM gesetzt, die heute in den Vereinigten Arabischen Emiraten beginnt. Wenn sie es ins Endspiel schaffen, wartet dort wahrscheinlich Real Madrid – in deren Stadion sie sich erst qualifiziert haben. Noch schauriger ist nur der Umstand, dass ausgerechnet ein südamerikanisches Fußballfinale in der Hauptstadt des ehemaligen kolonialen Imperiums Spanien ausgetragen und damit auf weit über 500 Jahre Kolonialgeschichte – pardon! – geschissen worden war. Die Funktionäre von Conmebol und FIFA haben ihr obligatorisches Häufchen gemacht.

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Erschienen in der Ausgabe vom 12.12.2018, Seite 16, Sport

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