• Pol & Pott

Aus: Ausgabe vom 08.12.2018, Seite 8 (Beilage) / Wochenendbeilage

Kürbisrisotto mit Ziegenkäse

Von Ina Bösecke

Zu Shakespeares Zeiten war das Theater eine Massenveranstaltung. Zwei- bis dreitausend Menschen strömten in London täglich dorthin (bei 200.000 Einwohnern insgesamt), um sich bei Wein, Kuchen und Brot anrühren oder aufregen zu lassen. Auch die damalige Königin Elisabeth I. war anspruchsvolle Zuschauerin und Theaterförderin zugleich. Ein Großteil des Publikums aber bestand aus dem sogenannten einfachen Volk – dank Shakespeare verstand es, worum es ging. Er war einer der ersten und wenigen Autoren seiner Zeit, die die Stücke nicht mehr in Latein verfassten, sondern in der eigenen Sprache. Der Film »Shakespeare in Love« (USA/GB 1998) von John Madden zeigt viel vom Zauber des Theaters im Elisabethanischen Zeitalter, das vor allem durch das gesprochene Wort seine Wirkung entfaltete. Die Vorstellungskraft der Zuschauer musste durch ausdrucksstarke Wörter entfacht werden.

Der Film erzählt eine erfundene Geschichte darüber, wie das Bühnenstück »Romeo und Julia« entstanden ist. Wer sich damit auskennt, darf sich doppelt freuen, denn viele Ecken Londons, an denen William Shakespeare (gespielt von Joseph Fiennes) vorbeimarschiert (er ist immer in Eile), dienen als Inspiration für das Stück. Hauptsächlich aber wird Shakespeares (fiktive) Liebesgeschichte mit einer gewissen Viola De Lesseps (Gwyneth Paltrow) verwurstelt. So erklären sich die Filmemacher den Transport »wahrhaftiger« Liebe in das Stück. In Wirklichkeit gab es den Stoff über die beiden unglücklich Verliebten bereits seit langer Zeit. Speziell von Arthur Brookes Verserzählung »Die tragische Geschichte von Romeo und Julia« hat sich Shakespeare inspirieren lassen. Aber das ist im Falle des Films völlig egal. Er funktioniert als Unterhaltung mit Anspruch und ist damit besser als jeder Weihnachtsfilm.

Als kulinarische Anregung könnte man den Ruf nach Schmalzgebäck nehmen, der einmal in einer Schenke ertönt. Oder das Reisgericht, das die von Shakespeare geliebte Dame auf einem Silbertablett serviert bekommt, welches sie aber verschmäht, da sie gerade Liebeskummer hat. Kürbisrisotto mit Ziegenkäse und Mandeln: 600 g Muskatkürbis schälen, entkernen, in kleine Würfel schneiden. Eine Zwiebel, eine Knoblauchzehe schälen, in feine Würfel schneiden, in einem Topf in drei EL Olivenöl ein bis zwei Minuten andünsten. Kürbis dazugeben, drei Minuten mitdünsten. 250 g Risottoreis dazugeben, zwei Minuten dünsten. Mit 150 ml trockenen Weißwein ablöschen, vollständig einköcheln lassen. Ein Lorbeerblatt, eine Zimtstange dazugeben. Reis mit etwas heißer Gemüsebrühe (insgesamt ein Liter) aufgießen. Den Vorgang wiederholen, bis der Reis nach 20 bis 25 Minuten weich, aber noch bissfest ist. 200 Gramm Ziegenkäse (als Rolle) in acht Scheiben schneiden, in ein Esslöffel Mehl wenden, in einer beschichteten Pfanne in etwas Olivenöl auf beiden Seiten je eine Minute anbraten. 60 g kalte Butterwürfel, 60 g geriebenen Parmesan, ein Bund Basilikum (grob gehackt) unter den Risotto rühren. Mit Salz, Pfeffer und etwas Zitronensaft würzen, mit Ziegenkäse und 40 g Mandeln servieren.


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