Aus: Ausgabe vom 10.11.2018, Seite 16 / Aktion

Herr und Knecht

Nicht nur US-Präsident Donald Trump sieht in kritischen Journalisten »Volksfeinde«

Von Andreas Hüllinghorst
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Widersacher werden zum Verstummen gebracht: Trump-Pressekonferenz mit CNN-Journalist Jim Acosta

Fake News ist eine Wortschöpfung aus dem engeren Umfeld des Unternehmers, Entertainers und 45. US-Präsidenten Donald Trump. Seit zwei Jahren im Amt, stellt er laut Statistik der Washington Post im Durchschnitt pro Tag 6,5 falsche Behauptungen auf. Wer allerdings so etwas behauptet, dem wird von Herrn Trump umgehend vorgeworfen, Fake News, also Erdichtungen über seine Politik, zu verbreiten. Diese Woche hat es James »Jim« Acosta getroffen; er sei eine »unverschämte, fürchterliche Person«. Der CNN-Korrespondent hatte am 7. November dem Präsidenten in einer Pressekonferenz unbequeme Fragen gestellt. Nun ist er seine Akkreditierung »bis auf weiteres« los und muss sich gegen die Anschuldigung wehren, er habe die junge Mitarbeiterin des Weißen Hauses, die ihm das Mikrofon abnehmen wollte, berührt (»placing his hands on a young woman«), was die Videoaufnahmen allerdings nicht belegen. Widersacher werden zum Verstummen gebracht, natürlich nur, um Amerika wieder »great again« machen zu können. Trump beschimpfte bei der Gelegenheit Acosta auch als »Volksfeind« – dem natürlich er, der US-Präsident, als Volksfreund gegenübersteht.

Das ist in Deutschland nicht viel anders. Wie selbstverständlich werden Dummheit, Lüge und Hass als Mittel eingesetzt, um »gesundes Volksempfinden« gegen angebliche Feide des Volkes mobilisieren zu können. AfD und andere Rechte nutzen »Lügenpresse« als gängige Schimpfvokabel. Handgreiflichkeiten gegen Journalisten mehren sich auf rechten Demonstrationen. Aber auch von Regierungs- und Oppositionsparteien werden verbliebene unbequeme Journalisten und Medien in Deutschland beschimpft, von Geheimdiensten diskreditiert und ökonomisch bedrängt.

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