-
01.11.2018
- → Medien
Weniger Auflageninfos von Spiegel, Stern und Co.
Hamburg. Die großen politischen Meinungsmacher aus der Zeitungsbranche haben offenbar eigene Ideen, wie sie mit den dramatischen Auflagenverlusten der zurückliegenden Jahre umgehen: Jahrelang haben die Titel Spiegel, Stern, Focus und Die Zeit der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e. V. (IVW) heftbezogen ihre Auflagen gemeldet. Jetzt wollen die Verantwortlichen überraschend hiervon abrücken und die Auflagen nur noch quartalsweise melden, wie IVW und das Hamburger Onlineportal Meedia am Dienstag berichteten.
In der Werbebranche wird die Maßnahme der Verlage Gruner und Jahr, Spiegel, Hubert Burda und der Zeit-Verlagsgruppe (Holtzbrinck) heftig kritisiert. »Die Prüfung der von den Verlagen gemeldeten Auflagen durch die IVW (…) ist ein unverzichtbarer Bestandteil im Markt. Ein Rückzug der Verlage aus dieser unabhängigen Auflagenprüfung führt zu Intransparenz und ist für die werbenden Unternehmen nicht hinnehmbar. Die betroffenen Verlage schneiden sich ins eigene Fleisch«, erklärte Joachim Schütz, Geschäftsführer der »Organisation Werbungtreibende im Markenverband« (OWM). (jW)
Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!