Aus: Ausgabe vom 15.09.2018, Seite 3 / Schwerpunkt

Hintergrund: Migranten kämpfen

Am 21. August begannen mehr als 200 von der US-Einwanderungsbehörde ICE im »Northwest Detention Center« (NWDC) in Tacoma, Washington, internierte Migranten, einen Arbeits- und Hungerstreik. Das Northwest Detention Centre wird im Auftrag der ICE von der GEO Group, einem internationalen Privatgefängniskonzern, betrieben. NWDC ist eines der größten Lager für Migranten in den Vereinigten Staaten.

Die Streikenden berichten von fehlender medizinischer Versorgung und unzureichender Nahrung. Für einen US-Dollar pro Tag müssen sie für das NWDC arbeiten. Der Kontakt zu ihren Familien wird ihnen verweigert. ICE und GEO haben versucht, frühere Proteste mittels Drohungen, körperliche Gewalt, Isolationshaft und Lügen zu unterdrücken. Im Juli lösten Wärter in einem Trakt einen Feueralarm aus, um protestierende Häftlinge ergreifen und verhören zu können.

Die Streikenden im NWDC brauchen unsere Solidarität! Von draußen werden sie durch die Aktionsgruppe »NWDC Resistance« unterstützt, die von den ICE-Verantwortlichen verlangt, die Forderungen der Streikenden nach Beseitigung der kritisierten Zustände zu erfüllen und den GEO-Wärtern Vergeltungsmaßnahmen gegen die Streikenden zu verbieten.

Bereits im Juli hatte die Aktionsgruppe gefordert, der GEO Group die Lizenz für das NWDC zu entziehen, und damit Bürgermeisterin Victoria Woodards unterstützt, die der US-Regierung mitgeteilt hatte, Tacoma sei eine Stadt, »die Migranten und Geflüchtete willkommen heißt und ihnen einen gleichberechtigten Zugang zu städtischen Dienstleistungen bietet«. (jh)

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