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Frust in China

Die Berliner Schaubühne hat eine Tournee durch die Volksrepublik China vorzeitig beenden müssen. Theaterdirektor Tobias Veit bestätigte am Mittwoch, dass die zwei letzten von insgesamt fünf geplanten Vorstellungen der Henrik-Ibsen-Inszenierung »Der Volksfeind« (Regie: Thomas Ostermeier) abgesagt wurden. Begründet worden sei die Absage mit »technischen Problemen«. Nach der ersten Aufführung des Stückes in Beijing hatte es eine lebhafte Publikumsdiskussion gegeben. In dem Drama geht es um die korrupte Obrigkeit einer Kleinstadt, die einen Umweltskandal vor den Bürgern vertuschen will. Einige Zuschauer schimpften im Verlauf der Diskussion über mangelnde Meinungsfreiheit, Umweltskandale und staatliche Repression. Die Debatte fand in »sozialen Netzwerken« eine Fortsetzung. Für die folgenden zwei Aufführungen in Beijing sagte die dortige Theaterleitung die anschließende Publikumsdiskussion ab. Die letzten beiden Vorstellungen in der ostchinesischen Stadt Nanjing wurden nun gestrichen. Veit fand das »wahnsinnig frustrierend«. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 13.09.2018, Seite 10, Feuilleton

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