• Pol & Pott

Aus: Ausgabe vom 18.08.2018, Seite 8 (Beilage) / Wochenendbeilage

Kung-Fu-Suppe

Von Ina Bösecke

»Es gibt keine Zufälle«, meint der ehrwürdige Meister Oogway im Trickfilm »Kung Fu Panda« (USA 2008, Dreamworks Animation). Er sagt dies mit einer so weisen, weichen, brüchigen Stimme und bewegt sich dabei so anmutig kampfkunstmeistermäßig, dass man ihm die Worte einfach glauben möchte. Aber es fällt schwer. Dieser große, dicke, ungelenke und tolpatschige Pandabär soll der neue Drachenkrieger werden, also der Einzige, der erfolgreich gegen das Böse der Welt antreten kann? Po ist eigentlich Sohn eines Restaurantbesitzers, der, nebenbei bemerkt, eine Gans ist, was auch ein bisschen merkwürdig anmutet und im Film nicht weiter erklärt wird. Besagter Restaurantbesitzer kocht den ganzen Tag Nudelsuppe und möchte, dass Po in seine Fußstapfen tritt. »Wir sind Nudelleute«, sagt er ein ums andere Mal. »In unseren Adern fließt Suppe.«

Po fügt sich dem Wunsch seines Vaters. In Wirklichkeit würde er aber gern tolle Abenteuer mit den »Furiosen Fünf« erleben. Das sind berühmte Kung-Fu-Kämpfer (ein Tiger, ein Kranich, ein Affe, eine Schlange und eine Gottesanbeterin), die bei dem noch berühmteren Meister Shifu in die Lehre gegangen sind. Am Tag der Verkündung des neuen Drachenkriegers begibt sich Po mit einem Wagen voller Suppenschüsseln in den sagenumwobenen Jadepalast, um der Zeremonie beizuwohnen. Das Tor wird kurz vor seinem Eintritt zugeschlossen, aber unbedingter Wille bringt ihn doch noch hinein und mitten ins Geschehen – genau dann, wenn Oogway seinen Finger ausstreckt, um den Drachenkrieger auszuwählen.

Altmeister Shifu ist zunächst entsetzt über die Wahl. Elegante Kampfkunst und trotteliger Tolpatschbär – wie passt das zusammen? Aber weise Leute finden immer einen Weg. Shifu erkennt, dass Po extraordinäre Kräfte freisetzt, wenn er Hunger hat. Für Butterkekse klettert er auf drei Meter hohe Schränke und sitzt dann im perfekten Spagat in dieser luftigen Höhe. Um Reisbällchen auf seinen Stab zu spießen, wird seine Reaktionsfähigkeit so schnell wie es sich für einen Kung Fu-Kämpfer gehört. Po schafft es am Ende, ein würdiger Drachenkrieger zu werden, der weise Oogway hat richtig entschieden. Papa Gans muss nun allein an seiner Nudelsuppe arbeiten.

Kung-Fu-Suppe mit Reisnudeln und Filetstreifen: Einen TL Pflanzenöl in einem Topf erhitzen. Vier Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden und in die Pfanne geben, außerdem ein Stück Chilischote (entkernt und fein geschnitten) sowie ein kleines Stück Ingwer (fein gerieben). Die Temperatur erhöhen und 100 bis 200 g Rinderfilet (in mundgerechte Stücke geschnitten) hinzugeben und etwa drei Minuten kross anbraten. Mit eineinhalb Litern Rinderbrühe ablöschen. Zwei EL Sojasauce hinzugeben und alles zusammen aufkochen lassen. Die Hitze reduzieren, abdecken und etwa zehn Minuten köcheln lassen. Nun 100 g Erbsen hinzugeben und weitere drei Minuten köcheln lassen. Die Suppe vom Herd nehmen. 90 g Reisnudeln nach Packungsanweisung zubereiten und in die Suppe geben. Ebenso zwei EL frisch gehacktes Koriandergrün und ein EL Chilisauce. Mit Salz und Pfeffer würzen.

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