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Abtreibung bleibt in Argentinien strafbar

Buenos Aires/ Mexiko-Stadt. Abtreibungen bleiben in Argentinien auch in Zukunft strafbar Eine Initiative zur Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen scheiterte am frühen Donnerstag morgen, weil der Senat eine entsprechende Gesetzesvorlage mit 38 gegen 31 Stimmen ablehnte. Die Vorlage war zuvor von der Abgeordnetenkammer angenommen worden. Zehntausende Menschen hatten sich während der 16stündigen Debatte auf den Straßen um das Parlament in der Hauptstadt Buenos Aires versammelt, um teils für und teils gegen das Gesetz zu demonstrieren. Nach Bekanntwerden der Entscheidung kam es zu Tumulten. Laut Nachrichtenagentur dpa wurden Steine und Flaschen geworfen. Die Polizei setzte Tränengas ein und nahm mehrere Menschen fest. Die große Mehrheit sei aber friedlich geblieben, hieß es. In Argentinien ist eine Abtreibung bislang nur im Fall von Vergewaltigung oder einer Lebensgefahr für die Mutter erlaubt. Nach Schätzungen des Gesundheitsministeriums werden jedoch jährlich mehr als 350.000 illegale Abtreibungen durchgeführt. Rund 50.000 Frauen werden jährlich wegen Komplikationen nach solchen Eingriffen in Krankenhäuser eingeliefert. Nach der gültigen Gesetzgebung von 1921 machen sich bei einer Abtreibung nicht nur die Ärzte, sondern auch die Frauen strafbar. Am Mittwoch hatten auch in Mexiko und Costa Rica zahlreiche Menschen ihre Solidarität mit den Betroffenen gezeigt und für eine Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen in Argentinien demonstriert.

In Mexiko-Stadt versammelten sich Befürworter der Entkriminalisierung und forderten eine Änderung der Gesetze auch in Mexiko. »Abtreibung ja, Abtreibung nein, das entscheide ich«, riefen die Demonstrantinnen. Einige Frauen reichten einen Brief im argentinischen Konsulat ein mit den Worten »Auf geht’s Argentinien, mit viel Liebe und Kraft«. In Mexiko ist der Abbruch nur im Fall einer Vergewaltigung erlaubt und wenn das Leben der Mutter durch die Schwangerschaft gefährdet wird.

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Auch in Costa Ricas Hauptstadt San José versammelten sich rund 500 Gegnerinnen und Gegner restriktiver Abtreibungsgesetze. In Costa Rica sind Abbrüche nur erlaubt, wenn das Leben der Mutter durch die Schwangerschaft gefährdet wird.

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Erschienen in der Ausgabe vom 10.08.2018, Seite 15, Feminismus

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