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Abgeschobener Sami A. noch in Tunesien

Düsseldorf. Die tunesische Justiz will den rechtswidrig abgeschobenen »Gefährder« Sami A. erst einmal nicht nach Deutschland zurückschicken. »Wir haben eine souveräne Justiz, die gegen ihn ermittelt«, sagte der Sprecher der tunesischen Antiterrorbehörde am Samstag zu dpa. Sami A., der der Leibwächter Osama bin Ladens gewesen sein soll, war am Freitag morgen nach Tunesien abgeschoben worden. Wenig später wurde bekannt, dass das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen die Abschiebung für »grob rechtswidrig« erklärt hat und verlangt, ihn »unverzüglich« nach Deutschland zurückzuholen. Grund dafür sei, dass nicht ausgeschlossen werden könne, dass ihm in Tunesien Folter drohe. Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) sagte am Sonntag zu dpa: »Was unabhängige Gerichte entscheiden, muss gelten.« (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 16.07.2018, Seite 4, Inland

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